Widmung
Ahimsayama
Aus dem Zusammenhang gerissen
Wie kleine Äffchen erziehen
Nicht getröstet, sondern beschwichtigt
Das Kind in der Rolle des Tröstenden
Keinen zusätzlichen Schmerz bereiten
Abwertungspädagogik
Das tut man nicht!
Mama, ich will nicht nach Amerika! Schwimm weiter!
Parentifizierte Kinder
„Halten der Treue“ gegenüber den Eltern
Abnabelung
Der Liebe eines Elternteils nachlaufen - ein Leben lang
Traumatisiert - nicht zu tiefen, aufmerksamen Beziehungen fähig
Es fehlt der emotionale Zugang zum eigenen Empfinden
Kinder der Kriegskinder => Kriegsenkel
Aufbruchstimmung der 70er
Das Einzige, was sich zu erinnern lohnt
Vater und ich, wir verstanden uns gut, auch ohne das ununterbrochene, korrigierende und besserwisserische Reden
"Empfindungen des Lebens" von Hanns-Josef Ortheil
Kreisauer Kreis
Weinen hilft jetzt auch nicht
Die Mutter beherzigte den Rat und wurde depressiv
"Im Westen nichts Neues"
Remaque
Ich möchte leben, das ist für mich nicht selbstverständlich, ich muß etwas dafür tun, damit ich leben kann
Wir Kinder waren Statisten
Photo vom Vater - kranker Mann - als abschreckendes Beispiel
Phase der bewußten Selbstentwicklung - zwanzig Jahre gedauert
Gehäutet - Schicht um Schicht - ab in den Keller der Kindheit
Willst du immer noch Frauen retten?
Urvertrauen - wie kann man es weitergeben, wenn man es gar nicht besitzt?
... und dann will ich was ich tun will endlich tun ...
"Der Ernstfall" von Dieter Wellershoff
"Paul wimmerte jetzt, und was er mit der hohen, ängstlichen Stimme eines ängstlichen Kindes vor sich hinsprach - ,Bitte, Mutti, hilf mir, ich will nicht sterben' -, erfüllte mich mit einem Gefühl von Peinlichkeit und Befremden. Was sollte das? Wie schrecklich stellte er sich an!"
Wohlwollende Aufmerksamkeit
... nie solidarisch gezeigt
Einem Vater, von dessen Erfahrung er ganz selbstverständlich hätte profitieren können
Putzen als Metapher für die langsame und quälende Wiederherstellung der menschlichen Würde
Menschen gegenüber hielt Anton Werk also zeitlebens Abstand
Meist kannte er nur ihre Vornamen
In der Familie war sein Wort nichts wert
Niemand durfte ihn daran hindern, so zu leben, wie er es für richtig hielt
Mit Schulthemen wollt er er nicht behelligt werden
Sie sollten möglichst Abitur machen
Aber was noch eigenartiger war, ich konnte ihn bis zu seinem Tod nicht umarmen
Irgendetwas stimmte mit ihm nicht - aber im Grunde kannst du es dir nicht erklären
WASt
Es kommt eine Zeit, da fällt alles von einem ab, die Wut der jungen Jahre und das Leiden an der Ungerechtigkeit der Welt; auch die Zuversicht, sie würde besser werden oder sogar gut, wenn man sich nur genug darum bemühte und mit ganzem Herzen
Es kommt eine Zeit, da ist dieses Herz plötzlich leer geworden und der Mensch auf sich selbst zurückgeworfen, ganz allein mit sich. Keine schöne Zeit
"Das Eigentliche" von Iris Hanika
"Aber kann man denn den Nationalsozialismus für alles verantwortlich machen?"
... psychisch und sozial gestorben ...
Sinnstiftungskonstruktionen
Das eigene Leid ist in der Gefangenschaft am größten
Der Tod der anderen kommt erst gar nicht vor
Die Forschung sagt, man hätte es wissen können
... so, wie wir heute wissen , daß es einen Klimawandel gibt ...
Wahrnehmung und Deutung
Wo ist heute der Bundestagsabgeordnte, der offen gegen seine eigene Fraktion auftritt?
... sondern, wie ich mich selbst sozial fühle ...
Jeder Mensch will seine eigene positive Sinnstiftung haben
Als Handwerker war er voll auf das Hier und Jetzt konzentriert, was, wie wir aus der Traumaforschung wissen, am besten geeignet ist, um seelisch im Gleichgewicht zu bleiben
Widerspruch wurde nicht geduldet ...
Im Widerspruch - im Widersprechen kommen wir allerdings erst zur Wahrheit
Gewalttäter verachten die Schwäche
Transgenerationen Übermittlung
Ein Kind ist aber auf die Orientierung der Eltern angewiesen (durch die Eltern)
Wenn Eltern in ihrem Wertesystem orientierungslos sind, dann kann es zu keiner geordneten Orientierung kommen
Kinder merken, da stimmt etwas nicht, können es aber nicht benennen
Daran können Menschen psychisch erkranken, vor allem an Depressionen
Konnte man als Kind über diese richtigen Wahrnehmungen sprechen? Und wurde man damit verstanden? U. U. ist dies entscheidend für den weiteren Lebensweg
Wenn Kinder sie ansprachen, kam keine Resonanz
Häufig hat fehlende Resonanz mit Verlusten und blockierter Trauer zu tun
Orientierung durch den großen Bruder
Vielleicht bin ich gar nicht verdreht, sondern mein Gegenüber?
Noch heute sind mir Friedhöfe ein Graus. Genug ist genug
Als Kind hatte ich begonnen, alte Sachen und alte Menschen zu sammeln, als Korrektiv und Orientierung
Er war weitherzig aus der Krise hervorgegangen
Aus: "Nachkriegskinder - Die 1950er Jahrgänge und ihre Soldatenväter" von Sabine Bode
Selbstwert
Trialog 01. März 2016
Unter Selbstwert versteht die Psychologie die Bewertung, die man von sich selbst hat. Das kann sich auf die Persönlichkeit und die Fähigkeiten des Individuums, die Erinnerungen an die Vergangenheit und das Ich-Empfinden oder auf das Selbstempfinden beziehen.
Quelle: Wikipedia
Jeder von uns hat ein Bild von sich und seiner Persönlichkeit. Dieses Selbstbild ist durch Erlebnisse und Erfahrungen in der Kindheit, vor allem in den ersten 7 Jahren, geformt worden.
Alle Fehler, Verletzungen, Niederlagen und Erfolge formen das Selbstbild. Da wir in dieser Phase unseres Lebens noch keine eigene feste Meinung von uns haben und für alle Einflüsse von außen sehr empfänglich sind, nehmen wir die Meinung der anderen (Eltern, Erzieher, Lehrer, Gleichaltrige, usw) über uns an. D.h. unser Selbstbild ist im Grunde genommen ein Fremdbild. Wir haben es nicht freiwillig gewählt, sondern haben es einfach übernommen und über die Jahre hinweg beibehalten, ohne es auf seine Richtigkeit hin zu überprüfen.
Fast alle Menschen leben deshalb mit einem falschen Selbstbild, sozusagen mit einer Lüge. Es geht ihnen wie dem Adler, der unter Hennen aufgewachsen ist.
Das Selbstbild setzt sich zusammen aus:
wer wir sind (Name, Alter, Geschlecht, Ausbildung, Beruf ...)
wie wir unseren Körper sehen und bewerten
welche Talente, Fähigkeiten und Fertigkeiten wir an uns erkennen
welche Bedürfnisse wir haben
welche Wünsche und Ziele wir haben
welche Wertvorstellungen wir haben
welche Erfahrungen wir gemacht haben
welchen Besitz wir haben
welche Beziehungen wir haben und wir sie einschätzen
welche Interessen wir haben.
Unser Selbstbild, unsere Selbsteinschätzung, stimmt selten mit der Wahrnehmung anderer überein. Wir halten uns vielleicht für hilfsbereit, während andere uns für egoistisch halten. Wir halten uns vielleicht für einen guten Zuhörer, während andere uns für eine Quasselstrippe halten, die andere nicht zu Wort kommen läßt.
Auswirkungen eines negativen Selbstbildes
Unser Selbstbild entscheidet über unser Selbstwertgefühl. Haben wir ein positives Selbstbild, dann haben wir ein positives Selbstwertgefühl. Umgekehrt führt ein negatives Selbstbild dazu, dass wir Minderwertigkeitsgefühle haben. Verständlich, dass ein negatives Selbstbild auch sehr negative Auswirkungen auf unser Selbstvertrauen hat.Wenn man sich für einen Versager hält, dann kann man nicht selbstsicher auftreten.
Unser Selbstbild beeinflusst, wie wir anderen gegenüber auftreten und was wir diesen von uns zeigen. Haben wir ein negatives Selbstbild und leiden deshalb unter Minderwertigkeitsgefühlen, dann haben wir soziale Ängste und haben wenig Selbstvertrauen. Wir haben Hemmungen und viele seelische Probleme wie Depressionen und Ängste.
Was wir tun, wie wir uns verhalten, wird immer von unserem Selbstbild gesteuert.
Wenn wir uns z.B. als Versager sehen, dann werden wir immer Wege und Möglichkeiten finden, zu versagen. Wenn wir glauben, wir seien ein Pechvogel, dann werden wir immer vom Pech verfolgt. Unser Selbstbild entscheidet darüber, was wir erreichen und leisten.
Ohne ein positives Selbstbild ist es unumgänglich, ein erfülltes und befriedigendes Leben zu führen. Wenn wir gewissermaßen mit uns selbst nicht gut zusammenleben können, wenn wir uns für uns schämen oder uns gar für einen Versager und minderwertigen Menschen halten, dann ziehen wir uns zurück, weil wir glauben, niemand wolle etwas mit einem Menschen wie uns zu tun haben. Ein positives Selbstbild, der Glaube an uns, ist Voraussetzung, um stärker, fähiger und erfolgreicher zu werden, da wir nur mit einem positiven Selbstbild unsere Talente und Fähigkeiten nutzen können. Ein positives Selbstbild legt die vorhandenen Talente und Fähigkeiten frei und erlaubt es uns, diese zu nutzen. Wenn wir gering von uns denken, können wir zwar großartigen materiellen und persönlichen Erfolg haben, aber wir können diesen nicht genießen. Wir können darauf nicht stolz sein, weil wir das Gefühl haben, den Erfolg nicht verdient zu haben. Und wir leben ständig in der Angst, das Erreichte wieder zu verlieren.
Aufbau eines gesunden und positiven Selbstbildes
Gott sei Dank sind unser Selbstbild und damit unser Selbstwertgefühl veränderbar. Wir haben gelernt, schlecht von uns zu denken. Wir können deshalb lernen, uns ein neues Bild von uns und unseren Fähigkeiten anzueignen. Wir können lernen, uns mit anderen Augen zu sehen und so unser Selbstbild verbessern und stärken.Ein negatives Selbstbild kann nur in ein positives verwandelt werden, wenn wir am Aufbau einer gesunden Selbstachtung arbeiten, wenn wir lernen, an unseren eigenen Wert und unsere Fähigkeiten zu glauben. Wenn unser Selbstbild in Ordnung ist, dann prallen negative Bemerkungen unserer Mitmenschen an uns ab und wir sind nicht mehr verletzlich. In dem Maße, in dem wir unser Selbstbild positiv verändern, wird sich auch unser Leben positiv verändern!
Quelle: http://www.lebenshilfe-abc.de/selbstbild.html
Zitate Selbstachtung Selbstwert
Deinen größten Feind trägst du in dir selbst.Bilde dir eine eigene Meinung über dich,
statt dir die Meinung der anderen über dich zu eigen zu machen.
Das wichtigste Gebot der Selbstliebe:
Behandle dich selbst so,
wie du gerne von anderen behandelt werden möchtest.
Rolf Merkle
Endlich Daheim - Ein Leben lang vergessen in der Psychiatrie
Trias
Der Mensch läßt sich gerne den Bauch pinseln
# 2
Man erzeugt Nähe, formale Übereinstimmungen, Bedürfnisse, Abhängigkeiten
# 3
Dann die Manipulation
# 4
Der Weg zurück zu #1 ist schwierig, da Mensch sich eingestehen müßte, daß er sich gerne den Bauch pinseln läßt
# 5
Sollte sich der Mensch zu #0 hin bewegen (wollen), setzt man die Willfährigen/ Abhängigen/ Unreflektierten ein.
# 6
Man beginnt wieder bei #2, aber nicht, um direkt zu manipulieren, sondern um Reste des Umfeldes zu zerstören/ Aufbau eines Neuen zu torpedieren oder zu assimilieren (Trias).
# 7
Die erhoffte beginnende Vereinzelung soll zu #2 führen und damit zu #3
Wenn ein Kind trotzig ist, schimpfen die Eltern: "Du verstehst aber auch überhaupt nichts!" Doch wie ist es eigentlich mit den Eltern? Verstehen die denn überhaupt etwas? Alles steckt tief in der Finsternis. AN DICH
von Sawaki Kôdô Rôshi
Die akademische Psychologie ist auf dem gesellschaftlichen Auge blind
Schon zeichnen sich am psycho-historischen Horizont neue Verschiebungen ab. Die hinter uns liegenden, von der Praxis des Neoliberalismus geprägten eisigen Jahre haben die Menschen selbst eisig werden lassen und ihre Innenwelt in eine Gletscherlandschaft eingefrorener Gefühle verwandelt. Sie können gar nicht anders, als diese Kälte weiterzugeben und auf ihre Umgebung abzustrahlen. Es macht einen nicht zu unterschätzenden Unterschied, ob man in einer Gesellschaft aufwächst und lebt, in der schwachen und nicht oder weniger leistungsfähigen Mitmenschen solidarisch beigesprungen und unter die Arme gegriffen wird, oder in einer, in der sie der Verelendung preisgegeben und als sogenannte Loser zu Objekten von Hohn und Spott werden. Dass „du Opfer“ zu den schlimmsten Beleidigungen zählt, mit denen heutige Jugendliche sich untereinander dissen, wirft ein schlagendes Licht auf die Perversion im Menschenbild, die in den letzten Jahren im Zeichen eines Kults des Winners um sich gegriffen hat... Quelle: Die "Psychopathen" kommen
So ist das!
Entfaltung
Neurotische Laster überwinden - Projektionen reduzieren
Nur wer jene innere Reife erreicht, wer seine Projektionen und Entstellungen auf ein Minimum reduzieren kann, wird kreativ leben.
(aus: Erich Fromm, „Authentisch leben“)
Ich nehme es an und schaffe somit Raum für Veränderung.
Monika Kreusel
DOUBLE-BIND
Neues Internetportal der Uni - Köln informiert über ADHS
Die Suche nach dem Wahren Selbst - Anatta
Das wahre Selbst
man kann es nur nicht sehen...
Die Botschaft
Er hat die Botschaft der Sutren und deren weise Belehrungen vernommen.
Ihm ist jetzt klar, dass alle Dinge aus Gold sind
und letztlich nichts anderes als er selbst.
Weil er aber noch nicht zwischen richtig und falsch unterscheiden kann,
wie soll er dann in der Lage sein, das Wahre vom Unechten zu trennen ?
Weil er das Tor noch nicht durchschritten hat,
muss man sagen:
Noch hat er nur die Spur gesehen.
Der Sinn des Bösen
Für den Gießener Psychoanalytiker und Doyen der Friedensforschung, Horst Eberhard Richter, ist der Ursprung des Bösen die Selbstüberhöhung. "Der Mensch kann die eigenen negativen Seiten und Unsicherheiten nicht bewältigen, aus diesem Grund muss er das Böse externalisieren, um die eigene Selbstüberhöhung zu rechtfertigen", schreibt Horst Eberhard Richter anlässlich einer Gastprofessor, die er in Wien inne hatte.
Und für die schlimmste Selbsttäuschung hält H. E. Richter "die Unterdrückung derjenigen emotionalen Kräfte, die für den Zusammenhalt der menschlichen Gemeinschaft unentbehrlich sind. Wenn zur Sicherung des Zusammenlebens Massenvernichtungswaffen inzwischen mehr vertraut wird als der persönlichen Kraft der Menschlichkeit, dann braucht man das absolute Böse in Gestalt der Feinde zur Maskierung der eigenen Unmenschlichkeit."
„Es gibt eine kreisförmige Wechselbeziehung zwischen Machen und Erkennen. Wenn man nicht macht was man als notwendig, wenn auch mit persönlichen Unannehmlichkeiten behaftet, erkannt hat, dann kann man irgendwann auch nicht mehr erkennen, was zu machen ist. Wer Anpassungszwängen taktisch nachgibt, wohl wissend, dass er ihnen mit vertretbarem Risiko widerstehen könnte und auch sollte, wird nach und nach die Unzumutbarkeit von Anpassungsforderungen gar nicht mehr wahrnehmen, d.h., die eigene Gefügigkeit auch nicht mehr als Fluchtreaktion durchschauen. Alles erscheint normal: die Verhältnisse, denen er sich ergibt, und der Verzicht auf Gegenwehr, den er eben gar nicht mehr erlebt.“– Richter im Vorwort zu „Psychoanalyse und Politik“
Horst Eberhard Richter in einem Interview der DIGITAZ vom 26.10.2007 zu seinem Verhalten und Empfindungen im WW II und zu Afganistan heute...
Heißt das, dass Sie überhaupt keine Todesangst hatten?
So eine tiefe Angst hat man gar nicht. Man hat gar nicht die Zeit dazu. Man ist so funktional eingestellt, dass man in jeder Sekunde überlegt: Was muss ich tun? Es gibt da nur Kommandos und Feuer und fertig. Man bewegt sich so, als wäre es Routine. Egal ob neben einem Leute tot da liegen, sterben oder jammern. Eine hektische Pragmatik.
Keinerlei Hemmungen?
Sie meinen Tötungshemmungen?
Ja.
Nein. Das ist fast wie in diesem Charly-Chaplin-Film.
Wie in "Modern Times"?
Genau. Als Soldat wird man wirklich zum reinen Werkzeug. Es ist schwierig, dieses mechanische Leben zu beschreiben. Es hilft jedenfalls. Wir in der Psychoanalyse nennen das Regression. Die Niveausenkung des psychischen Apparats. Die Ausschaltung des Gewissens, um das innere Gleichgewicht zu bewahren. Man wird auf Stand-by reduziert.
Und heute? Wo wieder deutsche Soldaten im Kampfeinsatz sind?
Heute ist das anders. Heute wird das Sterben und Töten zum Schützen und Helfen.
Wie meinen Sie das?
Der Jung hat eine Sprachtechnik, die dem Soldaten pausenlos in den Kopf hämmert: Du bist ja nur dazu da, um zu schützen. Du bist ja nur dazu da, um die anderen nicht im Regen stehen zu lassen. Der Kohl konnte das auch. Es wäre gemein, wenn wir Deutschen jetzt nicht den anderen Nato-Soldaten helfen würden.
Eine Art sprachliche Umwidmung?
Der Verteidigungsminister kann das fabelhaft. Es gibt eine karitative, moralisierende Logik, in der das Töten und das Schießen und das Morden umgekehrt werden zu einer guten, sozialen Tat.
In Afghanistan.
Genau. Das hat Jung jetzt wieder gesagt: Auch wenn wir jetzt nicht im Süden Afghanistans kämpfen, werden wir den Amerikanern - und wer da noch alles in Not ist - beistehen, helfen und sie nicht alleine lassen. Also für mich ist das ganz fantastisch. Diese caritativ-therapeutische Sprachwelt, die da auftaucht, nur um das Gegenteil von dem zu suggerieren, was wirklich passiert. Alles dient nur dazu, das Böse abzuwenden.
Defensiv ist doch auch der Satz: "Deutsche Interessen werden am Hindukusch verteidigt." Warum sagt man denn nicht die Wahrheit - und zwar: Soldaten töten und sterben doch auch in Afghanistan.
Ja. Aber dieser Gedanke strengt zu sehr an. Sehen Sie mal: der Bush. Der hat den Irak angegriffen, um die Welt zu beschützen und um Amerika zu beschützen. Jetzt hat er gesagt: Wenn man im Iran nicht für Ordnung sorgt, dann wird der Iran die ganze Welt bedrohen. Er malt einen nuklearen Holocaust an die Wand. Die gesamte kulturelle Mentalität bei uns, repräsentiert durch Bush oder durch Jung oder durch Schäuble, ist eingestellt auf eine gespaltene Welt. Und wenn man sich den ersten Kreuzzug mal anschaut, dann war das schon damals ganz genauso. Papst Urban der II. hat im Jahre 1095 in Clermont eine Rede gehalten mit der Botschaft: Entweder ihr seid auf unserer Seite, der Seite Gottes, oder ihr seid auf der Seite der gottlosen Schurken und Muslime. Kommt Ihnen das nicht bekannt vor?
"Man kann sich nicht für das Böse entscheiden, sondern man kann sich nur für etwas Gutes entscheiden. Jeder, der etwas Böses tut, verfolgt ein für ihn gutes Ziel, aber er reißt das Gute aus dem Zusammenhang."
Das Trauma als Tagesgeschäft

Und auch, wenn ich nur versuche mir vorzustellen, wie es sein muß, in einem der kältesten Winter der Zeit von Pommern ins Rheinland laufen zu müssen. Als Kind (mein Vater) zu sehen , wie Tote in den Gräben liegen; Gewalt, Hunger und Terror Tagesgeschäft ist. Wie es sein muß zu sehen, wie die eigene Schwester abgeholt wird und nie wieder zurück kommt.
Heute morgen wurde alles dann doch noch ein wenig anders.
Aus dem Text der Redaktion:
"Andere haben es viel schlimmer gehabt!" Das ist häufig die Standardantwort, wenn man mit älteren Menschen über ihre Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg spricht, der im September vor 70 Jahren begann. Mit diesem Satz verdrängt die Generation der Kriegskinder, also heutige Pensionäre, oftmals ihre traumatischen Erlebnisse in Bunkernächten, auf der Flucht oder im Lager.
Was ist eigentlich ein Lachclub?
Ich stelle mir das hier im Rheinland folgendermaßen vor: Der Vorsitzende des Clubs steht morgens mit Standarte vor versammelter Mannschafft. Konfetti in der Tasche. Alle tragen eine ehrwürdige und vor allem traditionelle Uniform mit kleinen lustigen Hüten aufm Kopf. Den Anfang stellt das Verlesen der Tagesordnung dar. Gefolgt von einer kleinen Andacht, bei der den ehemaligen Kameraden gedacht wird. Tageslosung:
Schon lustig. Vor allem für jene müden und geplagten Mitbürger, die gerade zur Arbeit gehen.
Ach, bin ich heute wieder ein Schelm. Nein, es gibt sie wirklich, diese Lachclubs.
Wahrheit! Alles Lüge!

Leider Ist der Beitrag auf ARTE +7 nur sieben Tage verfügbar. Link im Header
Aus dem Text der Redaktion.
Wahrheit! Alles Lüge!
Ist die Welt, so wie wir sie sehen, real oder lediglich Produkt des menschlichen Gehirns? Was wäre, wenn unsere Erlebnisse individuelle Illusionen wären, ein Film in unserem Kopf? Das widerspricht unserem Weltbild, nach dem Realität wissenschaftlich messbar, somit Fakt und für alle Menschen gleich ist.
Doch Hirnforscher gehen davon aus, dass wir unser Leben innerhalb unseres Gehirns erleben. Jeder Mensch konstruiert somit seine individuelle Realität. Und der Mensch kann seine Wahrnehmung und sogar die Struktur seines Gehirns durch gezielte Techniken verändern und damit aktiv seine Realität gestalten.
In der Dokumentation kommen international renommierte Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen der Hirnforschung, der Psychologie und der Philosophie zu Wort. Sie veranschaulichen ihre Forschungsergebnisse anhand verschiedener Experimente: Von Operationen unter Hypnose, Umgang mit Phantomschmerzen bis hin zu Illusionsexperimenten zeigt die Dokumentation Beispiele, die deutlich machen, wie leicht unsere Wahrnehmung - und damit unsere individuelle Realität - beeinflussbar ist.
Untersuchungen aus dem Bereich des Cyberspace und der Meditationsforschung beweisen, wie fließend die Grenzen zwischen virtueller und "echter" Realität sind. Sie zeigen auch, welche Risiken teils damit verbunden sind.
Die Erkenntnisse der Hirnforschung verleihen dem bisherigen Verständnis von Realität jedenfalls eine neue Dimension. Unendlich viele Möglichkeiten würden sich eröffnen, wenn wir die Wahrnehmung der Wirklichkeit durch unser Gehirn aktiv steuern könnten.
Die Dokumentation zeigt darüber hinaus, wie die Neurowissenschaft versucht, mit modernsten Techniken das Rätsel Realität zu lösen. Dadurch bekommt die Hirnforschung auch eine philosophische Relevanz, da sie indirekt die Frage stellt, in was für einer Welt wir leben wollen und wie wir sie erleben wollen.
(Deutschland, 2007, 43mn)
ZDF
Regie: Christopher Phillip Zahlten
Prof. Wolf Singer:
Schon der freie Wille ist eine Illusion!
Max-Planck-Institut für Hirnforschung
ADHS - eine "Modeerkrankung?

ADHS: Genetik, Disposition oder Umfeld?
Beschrieben wurde diese Art der Erkrankung schon im Zappelphilipp. Doch auch "Hans guck in die Luft" kommt einer Variante sehr nahe. Auch ich habe die Sendung gestern abend gesehen, da mein Sohn davon betroffen ist. Die Bildunterschrift links - "begeisterungsfähig, mutig, kreativ, sensibel" - gefällt mir besonders gut. Denn so habe ich ihn immer erlebt.
Zur Sendung: Phoenix "Petersberger FORUM"
Zank um das Zappelphilipp-Syndrom - Was tun gegen ADHS? (Quelle)
Habe die Sendung grad gesehen. Von “Zank” war keine Spur, auch bei Leuzinger-Bohleber ist mir nicht schlecht geworden. Viel mehr Konsens als Dissens, die “Fronten” waren weit weniger voneinander entfernt als sonst in den Medien.
Gut fand ich die Moderation von Frau Ruge, und zwar aus 2 Gründen:
Erstens wurde das Gespräch recht streng nach den Bereichen Symptomatik, Diagnose, Ursache, Behandlung etc. geführt, so konnte man einiges über ADHS erfahren, ohne sich vorschnell im Reizthema Medikamente festzubeissen.
Zweitens war Frau Ruge die perfekte Ahnungslose, die die Fragen abgelesen hat (peinlich die Aussage Atomotexin sei ja gar kein Psychopharmakon). Jeder, der sich zum ersten Mal informieren will konnte sich mit ihr identifizieren.Insgesamt hat diese Sendung einen sehr hohen Informationsgehalt, gerade für verunsicherte Eltern, deren Kinder gerade in der Abklärung/Diagnose stehen…
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HIER GEHTS ZUM VIDEOSTREAM!
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Man könnte jetzt noch ausführlicher darstellen wer was gesagt hat, aber das ist dann, wenn überhaupt, etwas für den Kommentarteil. Ich finde die Sendung spricht für sich…
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HIER GEHTS ZUM VIDEOSTREAM!
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Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), die auch als Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom oder Hyperkinetische Störung (HKS) bezeichnet wird, ist eine bereits im Kindesalter beginnende Störung, die sich durch Probleme mit der Aufmerksamkeit sowie Impulsivität und häufig auch Hyperaktivität auszeichnet. Etwa drei bis zehn Prozent aller Kinder zeigen Symptome im Sinne einer ADHS. Jungen sind deutlich häufiger betroffen als Mädchen.[1] Die Symptome können mit unterschiedlicher Ausprägung bis in das Erwachsenenalter hinein fortbestehen.
Es existieren weiterhin alternative Bezeichnungen und Abkürzungen, welche teilweise übereinstimmende Krankheitsbilder beschreiben, teilweise spezielle Ausprägungen bezeichnen. Verbreitet ist besonders die Bezeichnung Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS). Veraltet sind hingegen die Bezeichnungen Minimale Cerebrale Dysfunktion (MCD) und Psychoorganisches Syndrom (POS). International wird üblicherweise von Attention Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD), bzw. Attention Deficit Disorder (ADD) gesprochen.
Die Aufmerksamkeitsdefizitstörung ist nach derzeitigem Stand (2005) ein multifaktoriell bedingtes Störungsbild mit einer erblichen Disposition, welche die Ausbildung der Krankheit begünstigt.[2] Auf neurobiologischer Ebene wird es unter anderem als striatofrontale Dysfunktion erklärt. Für den Verlauf und die individuelle Ausprägung spielen daneben psychosoziale Faktoren und Umweltbedingungen eine wichtige Rolle.
Unbehandelte Betroffene und ihre Angehörigen stehen meist unter erheblichem Druck. Versagen in Schule oder Beruf und die Entwicklung von weiteren psychischen Störungen sind häufig. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad, den jeweiligen Symptomen sowie dem Alter des Betroffenen. Wegen der Komplexität der Störung wird angestrebt, verschiedene Behandlungsansätze zu einer auf den Patienten und sein soziales Umfeld zugeschnittenen Therapie zu kombinieren.
Die multimodale Behandlung kann folgende Interventionen enthalten, die stets auf den Einzelfall abgestimmt werden. Die Interventionen können in einem ambulanten sowie voll- oder teilstationären Setting angewendet werden:
- Aufklärung und Beratung (Psychoedukation) der Eltern, des Kindes/Jugendlichen und des Erziehers bzw. des Klassenlehrers
- Elterntraining (auch in Gruppen) und Interventionen in der Familie (einschl. Familientherapie) zur Verminderung der Symptomatik in der Familie.
- Interventionen im Kindergarten/in der Schule (einschl. Platzierungs-Interventionen) zur Verminderung der Symptomatik im Kindergarten/in der Schule. D. H. es können sowohl spezielle Förderungen für das Kind/den Jugendlichen durch die Schulpsychologie erfolgen, sowie Schulwechsel, Frühförderung oder Vorschule besucht werden.
- Kognitive Therapie des Kindes/Jugendlichen (ab dem Schulalter) zur Verminderung von impulsiven und unorganisierten Aufgabenlösungen (Selbstinstruktionstraining) oder zur Anleitung des Kindes/Jugendlichen zur Modifikation des Problemverhaltens (Selbstmanagement). Siehe Verhaltenstherapie
- Pharmakotherapie zur Verminderung hyperkinetischer Symptome in der Schule (im Kindergarten), in der Familie oder in anderen Umgebungen. Siehe Pharmakotherapie
- Außerdem können diätetische Behandlungen (oligoantigene Diät (II)) hilfreich sein. Weitere Studien sind jedoch notwendig, um die Wirksamkeit und die Indikation dieser Intervention genauer abschätzen zu können. Vermutlich ist diese Behandlung nur selten hilfreich, möglicherweise häufiger bei Kindern im Vorschulalter. Hier liegen lediglich vereinzelte Studien vor, die kein genaues Bild der Wirksamkeit zulassen.
Die Behandlung der evtl. vorliegenden komorbiden Störung (Siehe: Komorbiditäten und Folgeerkrankungen) sollte durch eine spezielle Behandlung der komorbiden Erkrankung erfolgen. Hierzu kann auch auf soziales Kompetenztraining zurückgegriffen werden, welches soziale Defizite verbessern soll. Geringes Selbstwertgefühl kann durch Einzeltherapie oder Gruppentherapie auf tiefenpsychologischer und verhaltenstherapeutischer Basis verbessert werden.[7] WIKIpedia
Jemand sagte mal: „Zeit ist das Ding, das alles davon abhält, zugleich zu passieren.“ Zeit stückelt Momente in kleine Teilchen, so dass wir eine Sache nur zu einem bestimmten Zeitpunkt tun können. Bei ADS kollabiert die Zeit. Zeit wird ein schwarzes Loch. Für eine ADS-Person ist es, als ob alles zugleich geschieht. Dies schaffe ein Gefühl des inneren Tumults oder sogar der Panik. Das Individuum verliert die Perspektive und die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen. Vielfach sind diese Leute hoch intuitiv und vorstellungsbegabt. Sie haben ein „Gefühl“ für Dinge, eine Art, die Ursache von Dingen sofort verstehen zu können, während andere ihren Weg auf methodische Art durchdenken müssen. Es ist wichtig für andere, gegenüber diesem „sechsten Sinn“, den viele ADSer haben, sensibel zu sein und ihn zu bemuttern. ADS ist eine Lebensgestaltung und bis vor kurzem war es versteckt, auch vor denen die es haben. Das menschliche Erleben von ADS ist mehr als eine Sammlung von Symptomen: ADS ist eine Art zu leben.







