61:
Wenn du auf deinem Weg
keinen Ebenbürtigen, keinen Besseren triffst,
setze deinen Weg fort,
entschlossen,
allein...
und tut nichts Schlechtes, friedlich,
wie der Elefant in der Matanga Wildnis.
"Wie aber, ihr Mönche, hofft man auf die Zukunft hin?"
'Also will ich einst meine Form haben'
: daran findet man seine Befriedigung;
'Also will ich einst mein Gefühl haben'
: daran findet man seine Befriedigung;
'Also will ich einst meine Wahrnehmung haben'
: daran findet man seine Befriedigung;
'Also will ich einst mein geistiges Gestalten haben'
: daran findet man seine Befriedigung;
'Also will ich einst mein Bewußtsein haben'
: daran findet man seine Befriedigung.
Also, ihr Mönche, hofft man auf die Zukunft hin.
"Wie aber,ihr Mönche, hofft man nicht auf die Zukunft hin?"
'Also will ich einst meine Form haben'
: daran findet man keine Befriedigung;
'Also will ich einst mein Gefühl haben'
: daran findet man keine Befriedigung;
'Also will ich einst meine Wahrnehmung haben'
: daran findet man keine Befriedigung;
'Also will ich einst mein geistiges Gestalten haben'
: daran findet man keine Befriedigung;
'Also will ich einst mein Bewußtsein haben'
: daran findet man keine Befriedigung.
Also, ihr Mönche, hofft man nicht auf die Zukunft hin.

129
DEFINITION
Was aber ist rechte Sammlung? Das Gerichtetsein des Geistes auf ein einzelnes Objekt (cittassa ekaggatā, wtl.: Einspitzigkeit des Geistes), das ist Sammlung.
Rechte Sammlung (sammā-samadhi), im weitesten Sinne, ist diejenige geistige Konzentration, die mit jedem karmisch heilsamen Bewußtseinszustande verbunden ist, also auch begleitet ist von rechter Gesinnung (2. Stufe), rechter Anstrengung (6. Stufe) und rechter Achtsamkeit (7. Stufe). Verkehrte Sammlung (micchā-samādhi) dagegen ist anwesend in karmisch unheilsamen Bewußtseinszuständen und ist daher nur möglich in der Sinnensphäre. Wird das Wort samādhi allein für sich gebraucht, so bezieht es sich stets auf rechte Sammlung (samma-samādhi).
OBJEKTE DER SAMMLUNG
Die vier Grundlagen der Achtsamkeit (sati-patthāna), diese bilden die Objekte der Sammlung.
Siehe 7. Stufe.
WERKZEUGE DER SAMMLUNG
Die vier rechten Anstrengungen (sammā-padhāna), diese bilden die Werkzeuge der Sammlung.
Siehe 6. Stufe.
ENTFALTUNG DER SAMMLUNG
Die Ausübung, Entfaltung und häufige Pflege dieser Dinge, das nennt man die Entfaltung (bhāvanā) der Sammlung.
130
Die rechte Sammlung hat zwei Grade der Entfaltung die sich der Vertiefung (jhāna) nähernde, aber sie noch nicht erreichende sogen. "Angrenzende Sammlung« (upacāra-samādhi) und die die Vertiefung erwirkende "Erreichungs-" oder "Volle Sammlung" (appanā-samādhi). Die Erreichung der Vertiefungen ist keineswegs nötig zur Verwirklichung der vier überweltlichen Pfade des Sotāpanna, Sakadāgāmí, Anāgāmí und Arahat. Diese können nur gewonnen werden durch tiefen Hellblick (vipassanā) in die Vergänglichkeit, Unzulänglichkeit und Unpersönlichkeit alles Daseins.
Wer, ohne eine der Vertiefungen gewonnen zu haben einen der vier überweltlichen Pfade verwirklicht, gilt als ein "auf bloßen Hellblick Gestützter" (suhkha-vipassaka) oder als einer "der den bloßen Hellblick als Vehikel hat" (sukkha-vipassanā-yānika); s. Vis. XVIII. Wer aber nach Erreichung einer oder mehrerer Vertiefungen den über weltlichen Pfad gewinnt, gilt als "einer, der die Gemütsruhe als Vehikel hat" (samatha-yānika).
DIE VIER VERTIEFUNGEN (jhana)
Abgeschieden von den sinnlichen Dingen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, tritt der Mönch in die von Gedankenfassung und Überlegen begleitete, durch Abgeschiedenheit gezeugte und von Verzückung und Glücksgefühl erfüllte erste Vertiefung.
Dies ist die erste der Feinkörperlichen Sphäre angehörende Vertiefung (rúpāvacara-jhāna). Sie tritt nur ein nach dem durch die Stärke der Konzentration zuwege gebrachten Schwinden der Sinnenwahrnehmung und der geistigen Hemmungen; auch die letzteren sind allerdings nur zeitweise aufgehoben. Näheres s. B.Wtb.: jhāna, kasina, nimitta, samādhi.
132
Die erste Vertiefung ist frei von fünf Dingen, und fünf Dinge sind zugegen. Wenn nämlich der Mönch in die erste Vertiefung eintritt, so sind fünf Hemmungen geschwunden, nämlich: Sinnengier (kāmacchanda), Übelwollen (vyāpāda), Starrheit und Mattheit (thína-middha), Aufgeregtheit und Gewissensunruhe (uddhacca-kukkucca) und Zweifelsucht (vicikicchā). Anwesend aber sind: Gedankenfassung (vitakha), Überlegen (vicāra), Verzückung (píti), Glücksgefühl (sukha) und geistige Einspitzigkeit (citt'ekaggatā = samādhi).
133
Diese fünf in der ersten Vertiefung anwesenden Faktoren werden als die Vertiefungsglieder (jhān'anga) bezeichnet. Gedankenfassen (vitakka) und Überlegen (vicāra) gelten als im Geiste sich vollziehende sprachliche Funktionen (vací-sankhāra), das "innere Sprechen" ("parole inérieure").—"Gedankenfassung ist dasselbe wie Erfassen eines Gedankens und bezeichnet das (geistige) Aufnehmen, ihr Merkmal ist, daß sie das Bewußtsein in der Vorstellung (dem Objekt) festigt . . . Als Überlegen (Diskursives Denken) gilt das Umherwandern, das Hin- und Herwandern (des Geistes). Es äußert sich in fortgesetzter Geistestätigkeit" (Vis. IV). Ihr Verhältnis zu einander wird verglichen mit dem Anschlagen (= vitakka) und dem Nachklingen (= vicāra) einer Glocke, oder mit dem Anfassen und dem Auswischen eines Topfes.
Gedankenfassen und Überlegen sind jedoch in der ersten Vertiefung nur noch in einem sehr abgeschwächten Grade vorhanden.
134
Und ferner: nach Stillung von Gedankenfassen und Überlegen gewinnt der Mönch die innere Ruhe und Einheit des Geistes, die von Gedankenfassung und Überlegung freie, durch Sammlung gezeugte, von Verzückung und Glücksgefühl erfüllte zweite Vertiefung.
In der zweiten Vertiefung sind drei Vertiefungsglieder vorhanden: Verzückung, Glücksgefühl, Sammlung.
135
Und ferner: nach Abwendung von der Verzückung verweilt der Mönch gleichmütig, achtsam, klar bewußt und er empfindet in seinem Innern ein Glück, von dem die Edlen sagen: ,Der Gleichmütige, Achtsame lebt glücklich'—so gewinnt er die dritte Vertiefung.
Die Vertiefungsglieder der dritten Vertiefung sind Glücksgefühl und Sammlung.
136
Und ferner: nach dem Schwinden von Wohlgefühl und Schmerz und dem Überwinden von Frohsinn und Trübsinn gewinnt er die freudlos-leidlose, durch Gleichmut und Achtsamkeit geläuterte vierte Vertiefung.
Die Vertiefungsglieder der vierten Vertiefung sind: Sammlung und Gleichmut (upekkhā).
137
Im Vis. werden vierzig Meditationsobjekte (kammatthāna) genannt, durch welche die folgenden Vertiefungen, bzw. Konzentrationsstufen, gewonnen werden können:
Alle vier Vertiefungen: durch die Betrachtung von Ein- und Ausatmung (s. Vis. VIII, 3), die 10 Kasina-Übungen (s. B.Wtb.) und die Betrachtung des Gleichmuts (die 4. Brahmavihāra-Übung; s. Vis.IX, 4)
die ersten drei Vertiefungen: durch die Entfaltung von Güte, Mitleid und Mitfreude (die ersten drei Brahmavihāra-Übungen; s. Vis. IX, 1-3)
die erste Vertiefung durch die 10 Ekelobjekte (Vis. VI) und die Körperbetrachtung (Vis. VIII, 2);
die »angrenzende Sammlung« (upacāra-samādhi): durch die Betrachtung über den Buddha, die Lehre, die Jüngergemeinde, die Sittlichkeit, die Freigebigkeit, den Frieden und über den Tod (Vis. VI, VII); die Betrachtung des Ekels der Nahrung (Vis. XI, 1); die Analyse der vier Elemente (Vis. IX, 2);
die vier unkörperlichen Vertiefungen (arupa-jjhāna oder āruppa), die, auf der vierten Vertiefung basierend, nach ihren folgenden Objekten benannt werden: Gebiet der Raumunendlichkeit, der Bewußtseinsunendlichkeit, der Nichtsheit, der Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung. Von einer Behandlung dieser vier unkörperlichen Vertiefungen wurde hier abgesehen; s. Vis. X. Das gesamte Gebiet der Sammlung und Meditation wird behandelt in Vis. III—XIII.
138
Entfaltet die geistige Sammlung, o Jünger, denn der geistig Gesammelte erkennt die Dinge der Wirklichkeit gemäß. Welche Dinge? Das Entstehen und Hinschwinden von Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung, Geistformationen und Bewußtsein.
Somit also habt ihr diese fünf Daseinsgruppen (1. Wahrheit) weise zu durchschauen, Unwissenheit und Begehren (2. Wahrheit) weise zu überwinden, Gemütsruhe und Hellblick (4. Wahrheit) weise zu entfalten.
Das, ihr Jünger, ist der mittlere Pfad, den der Vollendete entdeckt hat, der schauend und wissend macht, und der zum Frieden, zur Durchschauung und zum Nirwahn (3. Wahrheit) führt.
Wenn ihr diesem Pfade folget, werdet ihr dem Leiden ein Ende machen!
(*33) 33
Das Denken, flatterhaft, unbändig, obstinat,
Gleichwie der Schmied den Pfeil, macht es der Weise grad.
34
Dem auf das trockne Land geworfnen Fische gleich,
So quält das Denken sich, zu fliehn aus Māras Reich.
35
Das Denken schweift gern ab, man hält es schwer zurück;
Es zähmen, das ist gut; gezähmt bringt Denken Glück.
36
Das Denken schweift gern ab, entschwindet unserm Blick;
Der Weise hütet es; bewacht bringt Denken Glück.
37
Gedanken, ungreifbar, die selten stille standen,
Wer diese wohl beherrscht, löst sich aus Māras Banden.
38
Im Denken ohne Halt, der Lehre nicht beflissen,
Wer im Vertrauen schwankt, kommt nie zu weisen Wissen.
39
Im Denken nicht verwirrt und frei von Lustverlangen,
Jenseits von Gut und Schlecht - so ist die Furcht vergangen.
40
Der Leib zerbricht wie Ton; zur Festung Denken mache!
Mit Weisheitsschwert erschlag' den Mar und halte Wache!
(*41) 41
Wie bald wird dieser Leib tot liegen auf der Erd',
Bewußtlos wie aus Holz, verworfen, ohne Wert!
(*42) 42
Viel Schlimm'res, als ein Feind dem Feind je angetan,
Tut dem das Denken an, der's nicht beherrschen kann.
( = Udāna IV,3)
43
So Gutes können nicht die Eltern je dir schenken,
Auch die Verwandten nicht, wie gut beherrschtes Denken.

"Wie aber, ihr Mönche, hofft man auf die Zukunft hin?
Also, ihr Mönche, hofft man auf die Zukunft hin.
"Wie aber,ihr Mönche, hofft man nicht auf die Zukunft hin?
Also, ihr Mönche, hofft man nicht auf die Zukunft hin.



Begierde (bzw. Begehren) bezeichnet den seelischen Antrieb zur Behebung eines Mangelerlebens mit einem damit verbundenen Aneignungswunsch des Gegenstandes oder Zustandes, welcher geeignet erscheint, diesen Mangel zu beheben.
Richtungsgebend für den seelischen Antrieb sind beim Begehren mehr die damit verbundenen geistigen Faktoren (Emotionen, Phantasie, Wünsche), bei der Begierde dagegen mehr die körperlichen (Triebe, Schmerz, Hunger, Durst). Das zugehörige Verb ist in beiden Fällen begehren.
Der Begriff „Begierde“ wird in Sprache, Dichtung und Literatur häufig als Metapher für die sexuelle Lust verwendet, während „Begehren“ – unter anderem durch die Begriffsprägung Jacques Lacans („désir“) – vor allem in den Wortschatz der Wissenschaft, v.a. der Psychoanalyse und der feministischen Philosophie (etwa bei Judith Butler) Eingang gefunden hat. Quelle: WIKI
Hieronymus Bosch: Der Heuwagen (Mittelflügel), um 1500Habgier oder Habsucht ist das übersteigerte, rücksichtslose Streben nach materiellem Besitz, unabhängig von dessen Nutzen, und eng verwandt mit dem Geiz, der übertriebenen Sparsamkeit und dem Unwillen zu teilen.
Die Habgier wird in vielen Kulturen moralisch verurteilt und zieht auch in Sagen, Märchen und Religionen Strafen nach sich.
So wird in der griechischen Mythologie vom phrygischen König Midas erzählt, er habe, um sich von seiner Tributpflicht zu lösen und selbst Reichtum anzuhäufen, Dionysos gebeten, alles, was er berühre, möge zu Gold werden. Dionysos gewährte ihm diesen Wunsch, doch nun war Midas zum Verhungern verdammt, da sich auch seine Nahrung in Gold verwandelte. Schließlich gelang es ihm, sich durch ein Bad im Fluss Paktolos von diesem Geschenk zu befreien.
Im Christentum gehört die Avaritia, der Geiz, die Habsucht, als zweite zu den sieben Hauptlastern oder -sünden, die als die Wurzeln von Todsünden betrachtet werden. Im Lukasevangelium, 12. Kapitel, Vers 15 heißt es: „Und er sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier, denn niemand lebt davon, daß er viele Güter hat.“ Quelle: WIKI
(Texte 12-16)
"Wie denkt ihr darüber, Kālāmer: gereicht die Gier, die im Menschen aufsteigt, ihm zum Heil oder Unheil? " - "Zum Unheil, o Herr." "Aus Gier, Kālāmer: von der Gier überwältigt, umstrickten Geistes, tötet man Lebendiges, nimmt man Nichtgegebenes, vergeht man sich mit seines Nächsten Weib, spricht man Lüge und spornt auch andere dazu an; und dies wird einem lange Zeit zum Unheil und Leiden gereichen." - "So ist es, o Herr." - "Wie denkt ihr darüber, Kālāmer: gereicht der Haß und die Verblendung, die im Menschen aufsteigt, ihm zum Heil oder Unheil? "Zum Unheil, o Herr ... . .. Aus Haß und Verblendung, Kālāmer: von Haß und Verblendung überwältigt, umstrickten Geistes, tötet man Lebendiges, nimmt man Nichtgegebenes, vergeht man sich mit seines Nächsten Weib, spricht man Lüge und spornt auch andere dazu an; dies wird einem lange Zeit zum Unheil und Leiden gereichen." - "So ist es, o Herr." "Wie denkt ihr darüber, Kālāmer: sind diese Dinge heilsam oder unheilsam? " - "Unheilsam, o Herr." - "Verwerflich oder untadelig? " -"Verwerflich, o Herr." - "Werden diese Dinge von Verständigen gepriesen oder getadelt? " - "Getadelt, o Herr." - "Und führen diese Dinge, wenn ausgeführt und unternommen, zu Unheil und Leiden oder nicht?
Oder wie steht es hiermit? "
"Diese Dinge, o Herr, wenn ausgeführt und unternommen, führen zu Unheil und Leiden, so denken wir hierüber. " "Aus diesem Grunde eben, Kālāmer: haben wir es gesagt: Geht, Kālāmer: nicht nach Hörensagen, nicht nach Überlieferungen (*1) nicht nach Tagesmeinungen, nicht nach der Autorität heiliger Schriften, nicht nach bloßen Vernunftgründen und logischen Schlüssen, nicht nach erdachten Theorien und bevorzugten Meinungen, nicht nach dem Eindruck persönlicher Vorzüge, nicht nach der Autorität eines Meisters! Wenn ihr aber, Kālāmer: selbst erkennt: 'Diese Dinge sind unheilsam, sind verwerflich, werden von Verständigen getadelt, und, wenn ausgeführt und unternommen, führen sie zu Unheil und Leiden', dann, o Kālāmer: möget ihr sie aufgeben."