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Widmung

Dem, was andere schon sagten, kann ich nichts Neues hinzufügen; zudem bin ich kein begabter Poet. Ich gebe nicht vor, anderen von Nutzen zu sein: Um meinen eigenen Geist zu üben, habe ich dieses Werk verfaßt.

Ahimsayama
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Matanga

Dhammapada
61:


Wenn du auf deinem Weg
keinen Ebenbürtigen, keinen Besseren triffst,
setze deinen Weg fort,
entschlossen,
allein...
 
...geht alleine
und tut nichts Schlechtes, friedlich,
wie der Elefant in der Matanga Wildnis. 

Gewahrsein - Betrachte die Gegenwart, eben jetzt!

Der Buddha lehrte: "In diesem Körper sind Form, Gefühl, Wahrnehmung, Gedanken und Bewusstsein. Dies sind unsere Lehrer, sie vermitteln uns Wissen; richtige Meditation und Ergründung sind aber unabdingbar. Wenn du deine Zweifel beenden möchtest, dann halte inne und untersuche diesen Körper und Geist. Löse dich von der Vergangenheit. Was immer man an Gutem, was immer man an Schlechtem getan hat, gib es auf. Daran festzuhalten bringt keinen Nutzen. Was immer gut war, ist vorbei, was immer falsch war, ist vorbei. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Was immer sein wird, wird in der Zukunft entstehen und vergehen. Wenn es soweit ist, sollst du es erkennen und aufgeben ohne dich weiter daran festzuhalten. Was immer sich in der Vergangenheit ereignet hat, ist verschwunden. Weshalb willst du die Zeit verschwenden, indem du heute darüber nachsinnst? In der Gegenwart brauchst du dich nicht damit zu befassen. Es ist nicht nötig, dass du versuchst, irgendwelche Gedanken oder Erkenntnisse anzuhalten, vielmehr sollst du gewahr sein, wenn deine Gedanken und Erkenntnisse in der Vergangenheit verweilen, und dann lass los, denn sie drehen sich um etwas längst Abgeschlossenes. Die Zukunft ist noch nicht da. Wenn du weißt, dass Gedanken an die Zukunft entstehen und vergehen, lass sie gehen. Gedanken an die Vergangenheit sind vergänglich. Die Zukunft ist ungewiss. Mit diesem Wissen lass los. Betrachte die Gegenwart, eben jetzt."




"Wie aber, ihr Mönche, hofft man auf die Zukunft hin?"

'Also will ich einst meine Form haben'
: daran findet man seine Befriedigung;

'Also will ich einst mein Gefühl haben' 
: daran findet man seine Befriedigung;

'Also will ich einst meine Wahrnehmung haben' 
: daran findet man seine Befriedigung;

'Also will ich einst mein geistiges Gestalten haben' 
: daran findet man seine Befriedigung;

'Also will ich einst mein Bewußtsein haben' 
: daran findet man seine Befriedigung.
 
Also, ihr Mönche, hofft man auf die Zukunft hin.
 
"Wie aber,ihr Mönche, hofft man nicht auf die Zukunft hin?"

'Also will ich einst meine Form haben' 
: daran findet man keine Befriedigung;

'Also will ich einst mein Gefühl haben' 
: daran findet man keine Befriedigung;

'Also will ich einst meine Wahrnehmung haben' 
: daran findet man keine Befriedigung;

'Also will ich einst mein geistiges Gestalten haben' 
: daran findet man keine Befriedigung;

'Also will ich einst mein Bewußtsein haben' 
: daran findet man keine Befriedigung.


Also, ihr Mönche, hofft man nicht auf die Zukunft hin.
 

Ein großer Wohltäter ist das Leid:



Ein großer Wohltäter ist das Leid:



Durch seine Erschütterung wird mein Stolz bekämpft



Es weckt Mitgefühl mit den Wesen,


 
Es lehrt mich vor unheilsamen Handlungen zurückzuschrecken

 

Und heilsam zu lieben.



Geduld, Geduld, Geduld,


 

Mit allen Menschen, Umständen und Zusammenhängen

 

Ist der Schlüssel zur geistigen Weiterentwicklung.

Wie eine Biene beim Sammeln von Honig



Kürzlich las ich: "Brüder, zügelt eure Begierden; wenn ihr zu Essen und zu Trinken empfangt, nehmt es an als Medizin. Akzeptiert es nicht aufgrund eurer Vorlieben, oder weist es nicht aufgrund eurer Abneigungen zurück. Erhaltet einfach euren Körper, und vermeidet Hunger oder Durst. So wie eine Biene beim Sammeln von Honig die Blüten schmeckt, ohne ihren Geruch oder ihre Farbe zu schmälern, genauso, Brüder, solltet ihr gerade so viel von den Gaben der Menschen akzeptieren, daß ihr Ungemach vermeidet. Verlangt nicht zu viel von ihnen und schmälert damit ihr Wohlwollen. Weise Männer wissen die Kraft ihrer Lasttiere einzuschätzen und erschöpfen sie nicht, indem sie sie überladen.


Die Suche nach dem Wahren Selbst - Anatta

Angeregt durch einen wunderbaren Beitrag von Josephine  und Elfe (die mich immer sehr bewegen)... 
Ein anderes Verständnis der Lehre − wie es vom Buddha in den „Tathagatagarbha“-Schriften des Mahayana erläutert wird − beinhaltet, dass zwar die fünf „Skandhas“ kein festes Selbst haben, denn sie sind der Veränderung und dem Verfall unterworfen, sich aber jenseits dessen noch das ewige Buddha-Prinzip, oder die Buddhanatur („Buddha-dhatu“) befindet. Tief in jedem Wesen verborgen ist demnach das überweltliche und unvergängliche Wahre Selbst - dessen volle Wahrnehmung kann jedoch nur durch die Erleuchtung erreicht werden.
In der buddhistischen Lehre bildet Anatta zusammen mit Dukkha und Anicca die Drei Daseinsmerkmale der bedingten Existenz. Die Lehre von Anatta gilt als die wichtigste Lehre des Buddhismus, denn wer sie nicht versteht, der kann die gesamte buddhistische Lehre nicht verstehen. Der Buddha wird darum auch als Anatta-vadi bezeichnet, als der Verkünder des Nicht-Selbst.


 
 
Der Kern dieser Lehre lautet:
Wenn dies ist, ist jenes;
Wenn dies entsteht, entsteht jenes
Wenn dies nicht ist, ist jenes nicht
Wenn dies aufhört, hört jenes auf.

Das wahre Selbst
Es gibt kein ICH-
man kann es nur nicht sehen...


Die Botschaft
Er hat die Botschaft der Sutren und deren weise Belehrungen vernommen.
Ihm ist jetzt klar, dass alle Dinge aus Gold sind
und letztlich nichts anderes als er selbst.
Weil er aber noch nicht zwischen richtig und falsch unterscheiden kann,
wie soll er dann in der Lage sein, das Wahre vom Unechten zu trennen ?
Weil er das Tor noch nicht durchschritten hat,
muss man sagen:
Noch hat er nur die Spur gesehen.

 
Der Buddha:
„Verborgen in den Klesas (mentalen Verunreinigungen) von Gier, Hass und Verblendung sitzt erhaben und unbeweglich die Weisheit des Tathagatas (des Buddha), die Wahrnehmung des Tathagatas und der Körper des Tathagatas. ... alle Wesen, obwohl in ihnen alle Formen der geistigen Verunreinigungen gefunden werden können, haben ein Tathagatagarbha (Buddha-Essenz), welches für alle Zeiten vollkommen rein ist, und das gesättigt ist mit Tugenden, welche sich nicht von meinen Tugenden unterscheiden.“

Der Buddha sagt: "Du hast in jedem Augenblick eine Verabredung mit dem Leben...."

Aus dem Text der Redaktion:

WDR 3/ WDR 5
Lebenszeichen von Reinartz, Burkhard: Sendung vom 12.07.2009
"Das Mysterium findet im Hauptbahnhof statt" / Über Spiritualität und Alltag


Manche Menschen meinen, Spiritualität sei mit der Langeweile und der Mühsal des Alltags unvereinbar. Das Religiöse, die Erfahrung der Transzendenz, zeige sich am ehesten vor dem Altar, in der Klosterklausur oder auf dem Meditationskissen. Andere suchen neue Wege der spirituellen Erfüllung. Sie erkennen, wie unsinnig es ist, das Heilige und das Profane als Gegensätze zu sehen.
Karlfried von Dürkheim hat es so gesagt: "Der Sinn des menschlichen Daseins ist, Zeuge zu sein des Überweltlichen in der Welt." Der Gläubige soll in jedem Augenblick wach und aufmerksam in der Welt aktiv sein. Spiritualität will vor allem dort gelebt werden, wo Menschen die meiste Zeit ihres Lebens verbringen: im Beruf, in der Familie, im Freundeskreis.

Redaktion: Theo Dierkes © WDR 2009

Üble Nachrede - ein kurzfristiger Lustgewinn


Manchmal habe ich den Eindruck, daß die üble Nachrede, also den anderen während dessen Abwesenheit schlecht zu machen, geradzu kultiviert wird. Meinungsäußerung werden verdreht dargestellt, um sich für einige Minuten mit seinem momentanen Gegenüber verbunden fühlen zu können, Streß abzubauen, eigene Schwächen überspielen zu können oder es ist einfach nur eine Form der Projektion*. Wem passiert das nicht von Zeit zu Zeit selbst. Warum ist es so schwer sich dem nicht hinzugeben? Ein unkontrollierter, unruhiger Geist läßt sich leicht dazu hinreißen. Es ist eine Form falscher Solidarität, die so viel einfacher ist, als einer Person echtes Interesse und Wertschätzung entgegen zu bringen.
Die dunkle Seite der Macht. Negatives führt schnell zu einem scheinbaren Erfolg und ist verführerisch. Aber langfristig fällt dieses Verhalten dann doch auf den Verursacher zurück. Hinzu kommt, daß sich das Verhaltensmuster immer tiefer im eigenen Geist verankern wird. Anfangs noch bewußt vollzogen, führt es irgendwann ein Eigenleben. Es entsteht unweigerlich eine Atmosphäre des Mißtrauens, die mir selbst schaden wird.

(*) Beispiel: Ein neugieriger Mensch, der gern die Post der anderen Mietparteien in seinem Haus durchstöbern würde, behauptet eben dieses von seinen Nachbarn.


Daher soll, achtsam stets, der Mensch die Lüste meiden,
Hat er sie aufgegeben, kreuzen kann er dann die Flut,
Wie man hinübersetzt auf ausgeschöpftem Schiff.

Wolken und Luftblasen im Buddhismus

Erleuchtete Wesen oder Mystiker unterscheiden sich von gewöhnlichen Menschen vor allem dadurch, dass sie die Welt auf eine Weise auffassen, die im Einklang mit ihrer Existenzweise steht. Auf dem buddhistischen Pfad studieren solche Mystiker, im Buddhismus Yogis genannt, zunächst mit Hilfe der Schriften das eigentliche Wesen der Wirklichkeit und machen auf dieser Grundlage mit Hilfe von konzentrierter Meditation unmittelbare Erfahrungen. Die wesentlichen Inhalte ihrer Erfahrungen sind dabei die Erkenntnis der dynamischen, unbeständigen Natur alles Geschaffenen und die Interdependenz aller Phänomene.

Weil es Veränderung gibt, gibt es Wachstum - weil es Veränderung gibt, gibt es Zerfall. Wegen der Vergänglichkeit führt Wachstum zu Verfall.

Warum müssen einst blühende Blumen welken? Weil das Gesetz der Vergänglichkeit immer wirkt! Wegen diesem Gesetz muss die Kraft der Jugend dem Alter weichen. Große Gebäude so hoch wie die Wolken erbaut, müssen eines Tages wanken und fallen. Dieser Aspekt des Gesetzes der Vergänglichkeit, der ständige Prozess der Auflösung, lässt Farben verbleichen, Eisen verrosten und Bäume verrotten. Es müssen diese Betrachtungen gewesen sein, die den Poeten Gray bei der Kontemplation eines Friedhofes folgende Worte sagen ließen:

Der Stolz großer Symbole -
Der helle Prunk der Macht -
Was Glanz und Wohlstand -
Uns je gab -
In gar nicht langer Zeit -
Führt der Weg der größten Herrlichkeit -
auch nur bis zum Grab -

Oft ist das Wirken dieses Gesetzes nicht gleich offensichtlich. Sogar ein Felsengebirge, das so fest und solide erscheint, wird nicht immer so bleiben. Die Wissenschaft bestätigt uns, dass vielleicht in vielen tausend Jahren auch dieses Felsengebirge dem Prozess der Vergänglichkeit anheim gefallen ist. Und da wo heute ein See ist, war vielleicht einst ein Berg.

Der Buddha sagt: Was entstanden ist - muss vergehen!

...vom Entstehen zum Zerfall,
folgt eine Welt der anderen Welt.
Wie Luftblasen auf einem Fluss.
Sie schäumen auf, um zu zerplatzen -
Und werden dann davongetragen...



Quelle oben im Header


Die Rechte Versenkung im Buddhismus (Dhyana)

8. Rechte Sammlung (samma-samādhi)

129

DEFINITION

M. 44

Was aber ist rechte Sammlung? Das Gerichtetsein des Geistes auf ein einzelnes Objekt (cittassa ekaggatā, wtl.: Einspitzigkeit des Geistes), das ist Sammlung.

Rechte Sammlung (sammā-samadhi), im weitesten Sinne, ist diejenige geistige Konzentration, die mit jedem karmisch heilsamen Bewußtseinszustande verbunden ist, also auch begleitet ist von rechter Gesinnung (2. Stufe), rechter Anstrengung (6. Stufe) und rechter Achtsamkeit (7. Stufe). Verkehrte Sammlung (micchā-samādhi) dagegen ist anwesend in karmisch unheilsamen Bewußtseinszuständen und ist daher nur möglich in der Sinnensphäre. Wird das Wort samādhi allein für sich gebraucht, so bezieht es sich stets auf rechte Sammlung (samma-samādhi).

OBJEKTE DER SAMMLUNG

Die vier Grundlagen der Achtsamkeit (sati-patthāna), diese bilden die Objekte der Sammlung.

Siehe 7. Stufe.

WERKZEUGE DER SAMMLUNG

Die vier rechten Anstrengungen (sammā-padhāna), diese bilden die Werkzeuge der Sammlung.

Siehe 6. Stufe.

ENTFALTUNG DER SAMMLUNG

Die Ausübung, Entfaltung und häufige Pflege dieser Dinge, das nennt man die Entfaltung (bhāvanā) der Sammlung.

130

Die rechte Sammlung hat zwei Grade der Entfaltung die sich der Vertiefung (jhāna) nähernde, aber sie noch nicht erreichende sogen. "Angrenzende Sammlung« (upacāra-samādhi) und die die Vertiefung erwirkende "Erreichungs-" oder "Volle Sammlung" (appanā-samādhi). Die Erreichung der Vertiefungen ist keineswegs nötig zur Verwirklichung der vier überweltlichen Pfade des Sotāpanna, Sakadāgāmí, Anāgāmí und Arahat. Diese können nur gewonnen werden durch tiefen Hellblick (vipassanā) in die Vergänglichkeit, Unzulänglichkeit und Unpersönlichkeit alles Daseins.

Wer, ohne eine der Vertiefungen gewonnen zu haben einen der vier überweltlichen Pfade verwirklicht, gilt als ein "auf bloßen Hellblick Gestützter" (suhkha-vipassaka) oder als einer "der den bloßen Hellblick als Vehikel hat" (sukkha-vipassanā-yānika); s. Vis. XVIII. Wer aber nach Erreichung einer oder mehrerer Vertiefungen den über weltlichen Pfad gewinnt, gilt als "einer, der die Gemütsruhe als Vehikel hat" (samatha-yānika).

131

DIE VIER VERTIEFUNGEN (jhana)

M.27

Abgeschieden von den sinnlichen Dingen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, tritt der Mönch in die von Gedankenfassung und Überlegen begleitete, durch Abgeschiedenheit gezeugte und von Verzückung und Glücksgefühl erfüllte erste Vertiefung.

Dies ist die erste der Feinkörperlichen Sphäre angehörende Vertiefung (rúpāvacara-jhāna). Sie tritt nur ein nach dem durch die Stärke der Konzentration zuwege gebrachten Schwinden der Sinnenwahrnehmung und der geistigen Hemmungen; auch die letzteren sind allerdings nur zeitweise aufgehoben. Näheres s. B.Wtb.: jhāna, kasina, nimitta, samādhi.

132

M.43

Die erste Vertiefung ist frei von fünf Dingen, und fünf Dinge sind zugegen. Wenn nämlich der Mönch in die erste Vertiefung eintritt, so sind fünf Hemmungen geschwunden, nämlich: Sinnengier (kāmacchanda), Übelwollen (vyāpāda), Starrheit und Mattheit (thína-middha), Aufgeregtheit und Gewissensunruhe (uddhacca-kukkucca) und Zweifelsucht (vicikicchā). Anwesend aber sind: Gedankenfassung (vitakha), Überlegen (vicāra), Verzückung (píti), Glücksgefühl (sukha) und geistige Einspitzigkeit (citt'ekaggatā = samādhi).

133

Diese fünf in der ersten Vertiefung anwesenden Faktoren werden als die Vertiefungsglieder (jhān'anga) bezeichnet. Gedankenfassen (vitakka) und Überlegen (vicāra) gelten als im Geiste sich vollziehende sprachliche Funktionen (vací-sankhāra), das "innere Sprechen" ("parole inérieure").—"Gedankenfassung ist dasselbe wie Erfassen eines Gedankens und bezeichnet das (geistige) Aufnehmen, ihr Merkmal ist, daß sie das Bewußtsein in der Vorstellung (dem Objekt) festigt . . . Als Überlegen (Diskursives Denken) gilt das Umherwandern, das Hin- und Herwandern (des Geistes). Es äußert sich in fortgesetzter Geistestätigkeit" (Vis. IV). Ihr Verhältnis zu einander wird verglichen mit dem Anschlagen (= vitakka) und dem Nachklingen (= vicāra) einer Glocke, oder mit dem Anfassen und dem Auswischen eines Topfes.

Gedankenfassen und Überlegen sind jedoch in der ersten Vertiefung nur noch in einem sehr abgeschwächten Grade vorhanden.

134

M.27

Und ferner: nach Stillung von Gedankenfassen und Überlegen gewinnt der Mönch die innere Ruhe und Einheit des Geistes, die von Gedankenfassung und Überlegung freie, durch Sammlung gezeugte, von Verzückung und Glücksgefühl erfüllte zweite Vertiefung.

In der zweiten Vertiefung sind drei Vertiefungsglieder vorhanden: Verzückung, Glücksgefühl, Sammlung.

135

Und ferner: nach Abwendung von der Verzückung verweilt der Mönch gleichmütig, achtsam, klar bewußt und er empfindet in seinem Innern ein Glück, von dem die Edlen sagen: ,Der Gleichmütige, Achtsame lebt glücklich'—so gewinnt er die dritte Vertiefung.

Die Vertiefungsglieder der dritten Vertiefung sind Glücksgefühl und Sammlung.

136

Und ferner: nach dem Schwinden von Wohlgefühl und Schmerz und dem Überwinden von Frohsinn und Trübsinn gewinnt er die freudlos-leidlose, durch Gleichmut und Achtsamkeit geläuterte vierte Vertiefung.

Die Vertiefungsglieder der vierten Vertiefung sind: Sammlung und Gleichmut (upekkhā).

137

Im Vis. werden vierzig Meditationsobjekte (kammatthāna) genannt, durch welche die folgenden Vertiefungen, bzw. Konzentrationsstufen, gewonnen werden können:

Alle vier Vertiefungen: durch die Betrachtung von Ein- und Ausatmung (s. Vis. VIII, 3), die 10 Kasina-Übungen (s. B.Wtb.) und die Betrachtung des Gleichmuts (die 4. Brahmavihāra-Übung; s. Vis.IX, 4)

die ersten drei Vertiefungen: durch die Entfaltung von Güte, Mitleid und Mitfreude (die ersten drei Brahmavihāra-Übungen; s. Vis. IX, 1-3)

die erste Vertiefung durch die 10 Ekelobjekte (Vis. VI) und die Körperbetrachtung (Vis. VIII, 2);

die »angrenzende Sammlung« (upacāra-samādhi): durch die Betrachtung über den Buddha, die Lehre, die Jüngergemeinde, die Sittlichkeit, die Freigebigkeit, den Frieden und über den Tod (Vis. VI, VII); die Betrachtung des Ekels der Nahrung (Vis. XI, 1); die Analyse der vier Elemente (Vis. IX, 2);

die vier unkörperlichen Vertiefungen (arupa-jjhāna oder āruppa), die, auf der vierten Vertiefung basierend, nach ihren folgenden Objekten benannt werden: Gebiet der Raumunendlichkeit, der Bewußtseinsunendlichkeit, der Nichtsheit, der Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung. Von einer Behandlung dieser vier unkörperlichen Vertiefungen wurde hier abgesehen; s. Vis. X. Das gesamte Gebiet der Sammlung und Meditation wird behandelt in Vis. III—XIII.

138

D. 22,5

Entfaltet die geistige Sammlung, o Jünger, denn der geistig Gesammelte erkennt die Dinge der Wirklichkeit gemäß. Welche Dinge? Das Entstehen und Hinschwinden von Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung, Geistformationen und Bewußtsein.

M. 149

Somit also habt ihr diese fünf Daseinsgruppen (1. Wahrheit) weise zu durchschauen, Unwissenheit und Begehren (2. Wahrheit) weise zu überwinden, Gemütsruhe und Hellblick (4. Wahrheit) weise zu entfalten.

S. 56.11

Das, ihr Jünger, ist der mittlere Pfad, den der Vollendete entdeckt hat, der schauend und wissend macht, und der zum Frieden, zur Durchschauung und zum Nirwahn (3. Wahrheit) führt.

Dhp. 275

Wenn ihr diesem Pfade folget, werdet ihr dem Leiden ein Ende machen!

Dhammapada - Denken

Citta - Denken

(*33) 33
Das Denken, flatterhaft, unbändig, obstinat,
Gleichwie der Schmied den Pfeil, macht es der Weise grad.

34
Dem auf das trockne Land geworfnen Fische gleich,
So quält das Denken sich, zu fliehn aus Māras Reich.

35
Das Denken schweift gern ab, man hält es schwer zurück;
Es zähmen, das ist gut; gezähmt bringt Denken Glück.

36
Das Denken schweift gern ab, entschwindet unserm Blick;
Der Weise hütet es; bewacht bringt Denken Glück.

37
Gedanken, ungreifbar, die selten stille standen,
Wer diese wohl beherrscht, löst sich aus Māras Banden.

38
Im Denken ohne Halt, der Lehre nicht beflissen,
Wer im Vertrauen schwankt, kommt nie zu weisen Wissen.

39
Im Denken nicht verwirrt und frei von Lustverlangen,
Jenseits von Gut und Schlecht - so ist die Furcht vergangen.

40
Der Leib zerbricht wie Ton; zur Festung Denken mache!
Mit Weisheitsschwert erschlag' den Mar und halte Wache!

(*41) 41
Wie bald wird dieser Leib tot liegen auf der Erd',
Bewußtlos wie aus Holz, verworfen, ohne Wert!

(*42) 42
Viel Schlimm'res, als ein Feind dem Feind je angetan,
Tut dem das Denken an, der's nicht beherrschen kann.
( = Udāna IV,3)

43
So Gutes können nicht die Eltern je dir schenken,
Auch die Verwandten nicht, wie gut beherrschtes Denken.

Was ist Zeit - das höhere Selbst


Was ist Zeit eigentlich? Eine schwierige Frage. Entsteht sie nur in unserem Kopf, oder ist sie eine Entität?
In der Physik bildet sie zusammen mit dem Raum unsere Welt.
Doch als Mensch fehlt uns ein Gratmesser. Uns ist es unmöglich Zeit wahrzunehmen. Nur in der Reflexion bzw. in der Erfahrung der Zeit haben wir eine Vorstellung der Zeit. Es ist uns nur möglich "Diese Zeit" in Teilabschnitte zu unterteilen. Je kleiner die Abschnitte, desto genauer können wir messen. Doch das ist nur eine indirekte Meßmethode, nichts, was absolut wäre.
In der Technik spricht man dann nicht von einer Messung sondern von einer Lehrung.

[...] Mit Lehren kann nicht, wie oft vermutet, gemessen werden, denn das Prüfen mit einer Lehre ergibt keinen Zahlenwert. Es kann nur den Sollzustand (Lehre) mit dem Istzustand des Prüflings vergleichen werden. Ein Beispiel hierfür ist der auch unter dem Namen „Schieblehre“ bekannte Messschieber, der mittels einer Feststellschraube ein bestimmtes Maß verkörpert und nur dann als Lehre zu bezeichnen ist. [...]

Es ist so, daß Wahrnehmung, Gedankenprozesse, Erinnerungen, Zeitgefühl und Bewusstsein im Menschen so eng miteinander verknüpft sind, dass sie im Erleben normalerweise nicht getrennt werden können. Die Zeit, Gedanken und das menschliche Bewusstsein erscheinen also nur gemeinsam. Untrennbar vereint.

Wir haben also nur eine Vorstellung der Zeit. Und ich kann mich genau daran erinnern, wie unendlich lange diese ZEIT wird, bis das Christkind endlich das gebracht hatte, was ich niemals haben wollte. Aber das ist nur mir so ergangen. Den Indern wohl an diesem Tage nicht.

Die Vorstellung der ZEIT basiert im Individuum auf Erinnerungen, und der Hoffnung auf Sicherheit und Kontinuität. Diese Sichtweise wird von Kant, von unterschiedlichen östlichen Weisheitslehren und einigen abendländischen Mystikern gelehrt.

„Wir messen nicht nur die Bewegung mittels der Zeit, sondern auch mittels der Bewegung die Zeit und können dies, weil sich beide wechselseitig bestimmen.“ Aristoteles
„Zeit ist, und sie tickt gleichmäßig von Moment zu Moment.“ Newton

[...] Alles bewusst Erlebte wird vom Erlebenden auf eine subtile Weise getrennt. Auch die Zeit wird aus der Position eines unveränderlichen „Außenstehenden“ erfahren. Ebenso setzt ein Identitätsbewusstsein Erinnerungen voraus, die sich im Gedächtnis gebildet haben. Es definiert sich beim Menschen somit normalerweise als ein Zeitbewusstsein. Vergangenheit ist als begriffliche Größe in Form von Erinnerungen und Urteilen zumindest unbewusst ständig gegenwärtig. Ähnliches gilt auch für Wunschvorstellungen, die auf die Zukunft gerichtet sind.[...]

[...] Mit Achtsamkeit im Sinne von Mindfulness ist diejenige geistige Einstellung gemeint, in der man sich um ein breites und gleichmütig-akzeptierendes Achtgeben auf alle Phänomene bemüht, die "im Geist", also "in" der Wahrnehmung oder Vorstellung ("im Bewusstsein") auftauchen: Gedanken aller Art wie Erinnerungen oder sonstige Vorstellungen, Sinneswahrnehmungen aus der Umgebung sowie aus dem eigenen Körperinneren einschließlich aller emotionalen Vorgänge. [...]

[...] Plotin beschreibt die Möglichkeit in einen Zustand der Zeitlosigkeit einzutreten. Dieser ist bei ihm durch völlige Selbsterkenntnis, Gegenwärtigkeit und das Loslassen von Wünschen und Zukunftsvorstellungen gekennzeichnet. Ewigkeit ist für ihn eine raum- und zeit­lose Gleich­zeitigkeit. Ähnliche Aussagen finden sich in vielen Schriften von Theologen, Mystikern und der Philosophia perennis wieder. Um die „Gottesgeburt in der Seele“ zu verwirklichen, so lehrt Meister Eckhart, muss man die Vorstellung von Zeit aus dem alltäglichen Leben entfernen. Die Erfahrung der Zeitlosigkeit erfordere die Aufgabe der Identifikation mit Sinneswahrnehmungen, und in einem gewissen Sinne auch mit dem Verstand bzw. Wissen, mithin den Grundlagen der Alltagserfahrung und Wissenschaften. Als konkreten Weg dahin empfiehlt der „Philosophenkaiser“ Marc Aurel das Nachdenken über den Tod. Meister Eckhart lehrt unter anderem die Übung der Achtsamkeit, betont dabei aber, dass das Einüben dieses Bewusstseinszustandes gewöhnlich nur durch langjährige Übung erreicht wird und vergleicht es mit dem Erlernen von Lesen und Schreiben. In traditionelle östliche Weisheitslehren wie der Zen-Buddhismus haben diese Übungen eine lange klösterliche Tradition. Hier wird der Wechsel des Identitätsbewusstseins, vom Zeitbewusstsein in das Gegenwartsbewusstsein in verschiedenen Abstufungen beschrieben, letztlich aber als eine Erleuchtungserfahrung bezeichnet. Aber auch im islamischen Sufismus werden ähnliche Anweisungen für den „Weg der Derwische“ gegeben. Einig sind sich alle Traditionen darin, dass der Mensch grundsätzlich die Anlage besitzt, im Gegenwartsbewusstsein zu leben. [...]

Doch zurück zur Zukunft:

[...] Ein philosophisch-theologisches Problem stellt die Frage nach der Realität von Zukunft dar. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist nämlich sowohl die Vergangenheit wirklich (in abgeschlossener Weise) wie auch die Gegenwart (in noch offener, zeitlich in die Zukunft hinein fortdauernder Weise). Dass jedoch Zukunft tatsächlich eintritt, liegt nicht in der Verfügbarkeit des Menschen. [...]

Und darum dreht sich alles.

Wenn man nun in den Zustand der Zeitlosigkeit eintreten will, aus dem Gunde nähmlich, sein Höheres Selbst zum Vorschein kommen zu lassen, so ist es unabdingbar, Projektionen, Hoffnungen, Ängste und Kognitionen fahren zu lassen. Das geht jedoch nicht über den Intellekt. Es muß erfahren werden. Hierzu sind Übungen notwendig. Kontemplation, Versenkung, Meditation, Achtsamkeit, usw.

Erleuchtung fällt nicht vom Himmel. Ja. Wobei dieses Höhere Selbst das Ziel ist. Denn es liegt jenseits von Zeit und Raum. Vernab unseres Alltagsgeistes. In Indien wird der Alltagsgeist als Affengeist bezeichent, der umherschweift, auch wie ein Hund, und dabei verrottet Dinge ins Maul nimmt. Dinge, die dem Untergang geweiht sind noch ehe sie richtig entstanden sind. Sie sind also im Grunde leer. Nicht inhärent existent. Warum daran anhaften. Sie bringen nur Leiden hervor.

"Wie aber, ihr Mönche, hofft man auf die Zukunft hin?

  • 'Also will ich einst meine Form haben': daran findet man seine Befriedigung;
  • 'Also will ich einst mein Gefühl haben': daran findet man seine Befriedigung;
  • 'Also will ich einst meine Wahrnehmung haben': daran findet man seine Befriedigung;
  • 'Also will ich einst mein geistiges Gestalten haben': daran findet man seine Befriedigung;
  • 'Also will ich einst mein Bewußtsein haben': daran findet man seine Befriedigung.

Also, ihr Mönche, hofft man auf die Zukunft hin.

"Wie aber,ihr Mönche, hofft man nicht auf die Zukunft hin?

  • 'Also will ich einst meine Form haben': daran findet man keine Befriedigung;
  • 'Also will ich einst mein Gefühl haben': daran findet man keine Befriedigung;
  • 'Also will ich einst meine Wahrnehmung haben': daran findet man keine Befriedigung;
  • 'Also will ich einst mein geistiges Gestalten haben': daran findet man keine Befriedigung;
  • 'Also will ich einst mein Bewußtsein haben': daran findet man keine Befriedigung.

Also, ihr Mönche, hofft man nicht auf die Zukunft hin.


Der Buddha lehrte: „In diesem Körper sind Form, Gefühl, Wahrnehmung, Gedanken und Bewusstsein. Dies sind unsere Lehrer, sie vermitteln uns Wissen; richtige Meditation und Ergründung sind aber unabdingbar. Wenn du deine Zweifel beenden möchtest, dann halte inne und untersuche diesen Körper und Geist. Löse dich von der Vergangenheit. Was immer man an Gutem, was immer man an Schlechtem getan hat, gib es auf. Daran festzuhalten bringt keinen Nutzen. Was immer gut war, ist vorbei, was immer falsch war, ist vorbei. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Was immer sein wird, wird in der Zukunft entstehen und vergehen. Wenn es soweit ist, sollst du es erkennen und aufgeben ohne dich weiter daran festzuhalten. Was immer sich in der Vergangenheit ereignet hat, ist verschwunden. Weshalb willst du die Zeit verschwenden, indem du heute darüber nachsinnst? In der Gegenwart brauchst du dich nicht damit zu befassen. Es ist nicht nötig, dass du versuchst, irgendwelche Gedanken oder Erkenntnisse anzuhalten, vielmehr sollst du gewahr sein, wenn deine Gedanken und Erkenntnisse in der Vergangenheit verweilen, und dann lass los, denn sie drehen sich um etwas längst Abgeschlossenes. Die Zukunft ist noch nicht da. Wenn du weißt, dass Gedanken an die Zukunft entstehen und vergehen, lass sie gehen. Gedanken an die Vergangenheit sind vergänglich. Die Zukunft ist ungewiss. Mit diesem Wissen lass los. Betrachte die Gegenwart, eben jetzt.

von Wymannus comes

(alle mit [...] gekennzeichneten Textstellen Quelle: Wiki)

Die Welt ist eine Seifenblase - Dhammapada


Betrachte die Welt als eine Seifenblase, betrachte sie als eine Luftspiegelung; dann kann der König des Todes dich nicht einmal sehen. Komm, schau die Welt an! Gleicht sie nicht einem bunt lackierten Königswagen? Die Weisen durchschauen sie, aber nicht die Törichten.
Dhammapada, 170-171

Die dreifache Zuflucht erfordert, daß man sich zunehmend auf sich alleine verläßt, denn das ist der Weg zur Angstfreiheit.

Von Angst getrieben suchen die Menschen Sicherheit und rennen zu Bergen und Wäldern, zu heiligen Plätzen und Schreinen. Aber nichts dergleichen taugt als sichere Zuflucht, weil es den Geist nicht von Angst befreien kann.

Wir halten die räumliche Begrenzung dieser Seifenblase für etwas, was wirklich existiert. Unser Geist gaukelt uns vor, geborgen in ihr zu leben. Doch das ist ein Trugschluß. Diese Blase existiert nicht. Die räumliche Begrenzung wird erzeugt durch unsere Begierden, Anhaftungen und Abneigungen. Sie haben sich in unserem Geist eingenistet, verleiten uns dazu, ständig zu urteilen und einzusortieren. Sie führen zum Getrenntsein. In dieser Blase lassen wir uns zu Vergnügungen verleiten, die nicht dauerhaft sein können, da alle Phänomene nicht inhärent existent, wechselhaft und unbeständig sind. Doch woran festhalten, wenn alles wechselhaft ist? Und wenn diese Vergnügungen vergangen sind oder nicht erfüllt werden, steigt Sehnsucht in uns auf und ein frustrierend schwer fassbares Verlustgefühl. Dann greifen wir nach dem, was wir nicht haben, und hegen den nagenden Wunsch, es wiederzubekommen. Das Bemühen an irgendetwas festzuhalten - einer Sache, einem Menschen, einem Ereignis, einer Stellung-, setzt uns bloß dessen Verlust aus. Alles, was sich verändert, so folgert der Buddha, alles in unserer Erfahrung, was aus Teilempfindungen besteht oder durch sie bedingt ist, ruft Leid hervor und nicht Freude. Die Erfahrung verspricht Glück, aber sie liefert nur ständige Veränderung.

Diese Seifenblase ist in unserem Kopf.
Erfasst man wirklich, daß das Leben seinem eigenen Wesen nach Veränderung ist, dann erlischt allmählich das brennende Verlangen, einer Welt verübergehender Empfindungen etwas Dauerhaftes abzuverlangen. Die Seifenblase platzt. Und während sie platzt, beginnt der Geist, seinen natürlichen Zustand kennen zu lernen, welcher Freude ist: Keine Empfindung, sondern ein von Lust und Schmerz unberührter Bewußtseinszustand. Es geht also nicht um Lust und Schmerz. Die Lösung liegt darin den Dualismus dieser Welt zu erkennen, zu durchschauen und aufzugeben. Auf der Grundlage geistiger Ruhe, bedingt durch Meditation und Achtsamkeit, genießt man die Freude des Dharma.

Gesundheit ist das größte Geschenk, Zufriedenheit der größte Reichtum, Vertrauen der beste Verwandte, Nirvana die höchste Freude. Trinke den Nektar des Dharma in der Tiefe der Meditation und werde frei von Angst und Sünde.
Dhammapada, 204-205
In Anlehnung an: Buddhas zentrale Lehre von Wymannus comes



Der große Weg kennt keine Hindernisse;
er ist nicht wählerisch.
Sobald du Neigung und Abneigung aufgibst,
erkennst du ihn klar und deutlich;
mach einen winzigen Unterschied -
schon schnellen Himmel und Erde auseinander.

Willst du, daß er vor deinen Augen sichtbar wird,
dann hätschle nicht Für noch Wider.
Vergleiche nicht, was du magst und nicht magst,
das ist die Krankheit des Geistes.
Dabei gehst du über die verborgene Bedeutung hinweg,
und der Frieden des Geistes wird unnötig gestört.

Das Selbst als eine Insel

"Angenommen, einer hat folgende Anschauung:
"Das Universum ist dieses Selbst, und dies werde ich nach meinem Tode werden: unvergänglich, beständig, ewig, unveränderlich. So geartet werde ich in Ewigkeit existieren."

Dann hört er den Tathagata (Buddha) oder einen Jünger diesen Dharma verkünden, der auf die Zerstörung aller Anschauungen, ... auf die Auslöschung der Begierden, auf Loslösung, auf Enden, auf Nirvana abzielt. Dann denkt dieser Mensch: "Ich werde vernichtet, zerstört werden und nicht mehr sein!" Also trauert, klagt und weint er, schlägt sich dabei gegen die Brust und gerät in Verwirrung. Folglich, o Mönch, besteht die Möglichkeit, daß man in Verstörung gerät, wenn man im eigenen Inneren nichts Unvergängliches findet."
Majjhima-Nikaya I, 22, S. 136-137

Es gibt die Lehre vom Selbst
und es gibt die Lehre vom Nichtselbst.
Aber von den Buddhas ist weder das Selbst noch das Nichtselbst
als etwas aufgezeigt worden, das existiert.
Mulamadhyamakakarika XVIII, 6


Lebe daher, Ananda, indem du das Selbst als eine Insel, das Selbst als Zuflucht besitzt und keine andere; indem Du den Dharma als eine Insel, den Dharma als Zuflucht besitzt und keine andere.
Samyutta-Nikaya V, 162

Biete daher Willenskraft auf, um zu erreichen, was unerreicht ist, um zu meistern, was unbemeistert ist, um zu verwirklichen, was unverwirklicht ist. Auf diese Weise wird eure Hinwendung zum spirituellen Leben nicht unergiebig sein, sondern ertragreich und sich ständig steigern.
Samyutta-Nikaya, II, 29

Willst du das andere Ufer erreichen, dann laß nicht zu, daß Zweifel, Leidenschaften und Begierden deine Fesseln verstärken. Meditiere tief, unterscheide scharf zwischen dem Angenehmen und dem Bleibenden und sprenge die Fesseln Maras.
Dhammapada, 349-350

Buddha sagte: "Im Himmel und auf Erden gibt es nur mich allein."
















In regelmäßigen Abständen betrachte ich die "Zehn (ZEN) Bilder vom Ochsen, um mir wieder klar zu machen, daß das, was ich versuche zu betreiben, doch einen Fortschritt in sich birgt.

Da alle Phänomene bedingt, wechselhaft und unbeständig sind, ist es wohl auch eine Frage des Zeitpunktes, wo man sich gerade wiederfindet.




Lange Zeit lebte der Ochse in dunkler Wildnis, 
heute hat man ihn endlich getroffen.
Doch der Ochse liebt noch die Wildnis; 
es ist schwer, ihn da herauszuholen.
Stark ist sein Verlangen nach dem duftenden Gras
und hartnäckig der Trieb, in der Wildnis zu bleiben.
Um ihn zahm und folgsam zu machen, braucht man die Peitsche.



Gier - die Krankheit der Zeit


Begierde (bzw. Begehren) bezeichnet den seelischen Antrieb zur Behebung eines Mangelerlebens mit einem damit verbundenen Aneignungswunsch des Gegenstandes oder Zustandes, welcher geeignet erscheint, diesen Mangel zu beheben.

Richtungsgebend für den seelischen Antrieb sind beim Begehren mehr die damit verbundenen geistigen Faktoren (Emotionen, Phantasie, Wünsche), bei der Begierde dagegen mehr die körperlichen (Triebe, Schmerz, Hunger, Durst). Das zugehörige Verb ist in beiden Fällen begehren.

Der Begriff „Begierde“ wird in Sprache, Dichtung und Literatur häufig als Metapher für die sexuelle Lust verwendet, während „Begehren“ – unter anderem durch die Begriffsprägung Jacques Lacans („désir“) – vor allem in den Wortschatz der Wissenschaft, v.a. der Psychoanalyse und der feministischen Philosophie (etwa bei Judith Butler) Eingang gefunden hat. Quelle: WIKI

Hieronymus Bosch: Der Heuwagen (Mittelflügel), um 1500
Ein flämisches Sprichwort sagt: „Die Welt ist ein Heuhaufen – ein jeder pflückt davon, soviel er kann.“

Habgier oder Habsucht ist das übersteigerte, rücksichtslose Streben nach materiellem Besitz, unabhängig von dessen Nutzen, und eng verwandt mit dem Geiz, der übertriebenen Sparsamkeit und dem Unwillen zu teilen.

Die Habgier wird in vielen Kulturen moralisch verurteilt und zieht auch in Sagen, Märchen und Religionen Strafen nach sich.

So wird in der griechischen Mythologie vom phrygischen König Midas erzählt, er habe, um sich von seiner Tributpflicht zu lösen und selbst Reichtum anzuhäufen, Dionysos gebeten, alles, was er berühre, möge zu Gold werden. Dionysos gewährte ihm diesen Wunsch, doch nun war Midas zum Verhungern verdammt, da sich auch seine Nahrung in Gold verwandelte. Schließlich gelang es ihm, sich durch ein Bad im Fluss Paktolos von diesem Geschenk zu befreien.

Im Christentum gehört die Avaritia, der Geiz, die Habsucht, als zweite zu den sieben Hauptlastern oder -sünden, die als die Wurzeln von Todsünden betrachtet werden. Im Lukasevangelium, 12. Kapitel, Vers 15 heißt es: „Und er sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier, denn niemand lebt davon, daß er viele Güter hat.“ Quelle: WIKI


DIE WURZELN VON GUT UND BÖSE

III. DIE SOZIALE BEDEUTUNG DER WURZELBEDINGUNGEN

(Texte 12-16)

12. Aus der Rede an die Kālāmer

"Wie denkt ihr darüber, Kālāmer: gereicht die Gier, die im Menschen aufsteigt, ihm zum Heil oder Unheil? " - "Zum Unheil, o Herr." "Aus Gier, Kālāmer: von der Gier überwältigt, umstrickten Geistes, tötet man Lebendiges, nimmt man Nichtgegebenes, vergeht man sich mit seines Nächsten Weib, spricht man Lüge und spornt auch andere dazu an; und dies wird einem lange Zeit zum Unheil und Leiden gereichen." - "So ist es, o Herr." - "Wie denkt ihr darüber, Kālāmer: gereicht der Haß und die Verblendung, die im Menschen aufsteigt, ihm zum Heil oder Unheil? "Zum Unheil, o Herr ... . .. Aus Haß und Verblendung, Kālāmer: von Haß und Verblendung überwältigt, umstrickten Geistes, tötet man Lebendiges, nimmt man Nichtgegebenes, vergeht man sich mit seines Nächsten Weib, spricht man Lüge und spornt auch andere dazu an; dies wird einem lange Zeit zum Unheil und Leiden gereichen." - "So ist es, o Herr." "Wie denkt ihr darüber, Kālāmer: sind diese Dinge heilsam oder unheilsam? " - "Unheilsam, o Herr." - "Verwerflich oder untadelig? " -"Verwerflich, o Herr." - "Werden diese Dinge von Verständigen gepriesen oder getadelt? " - "Getadelt, o Herr." - "Und führen diese Dinge, wenn ausgeführt und unternommen, zu Unheil und Leiden oder nicht?

Oder wie steht es hiermit? "

"Diese Dinge, o Herr, wenn ausgeführt und unternommen, führen zu Unheil und Leiden, so denken wir hierüber. " "Aus diesem Grunde eben, Kālāmer: haben wir es gesagt: Geht, Kālāmer: nicht nach Hörensagen, nicht nach Überlieferungen (*1) nicht nach Tagesmeinungen, nicht nach der Autorität heiliger Schriften, nicht nach bloßen Vernunftgründen und logischen Schlüssen, nicht nach erdachten Theorien und bevorzugten Meinungen, nicht nach dem Eindruck persönlicher Vorzüge, nicht nach der Autorität eines Meisters! Wenn ihr aber, Kālāmer: selbst erkennt: 'Diese Dinge sind unheilsam, sind verwerflich, werden von Verständigen getadelt, und, wenn ausgeführt und unternommen, führen sie zu Unheil und Leiden', dann, o Kālāmer: möget ihr sie aufgeben."


  • Der Unbequeme
    from 3sat
  • Ein unmoralisches Angebot: 700 Milliarden Dollar

    Bericht vom 22.09.2008: Bald ist sie auf dem Konto der Wallstreet, die Mutter aller Finanzspritzen: 700 Milliarden Dollar. Nichts ist mehr, wie es letzte Woche noch war: Da war Wallstreet noch oben. Die Politik eher nicht angesagt. Globalisierung nannte sich das: In Wirtschaftsdingen hatten die Manager die Hosen an. Jetzt ist alles anders: Die Politik rettet die Manager. Sie verstaatlicht und subventioniert, das einem schwindelig wird. Quo vadis Wirtschaft? Original-Videoquelle

Die vier Grundlagen der Achtsamkeit

VEREHRUNG IHM, DEM ERHABENEN, HEILIGEN,

VOLLKOMMEN ERWACHTEN!



B. Text der Lehrrede

So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene unter dem Kuru-Volk, bei einer Ortschaft der Kuru mit Namen Kammāsadamma. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche: «Ihr Mönche!» - «Ehrwürdiger!» antworteten da jene Mönche dem Erhabenen. Und der Erhabene sprach also:

«Der einzige Weg ist dies, o Mönche, zur Läuterung der Wesen, zur Überwindung von Kummer und Klage, zum Schwinden von Schmerz und Trübsal, zur Gewinnung der rechten Methode, zur Verwirklichung des Nibbāna, nämlich die vier Grundlagen der Achtsamkeit. Welche vier?

Da weilt, o Mönche, der Mönch beim Körper in Betrachtung des Körpers, eifrig, wissensklar und achtsam, nach Verwindung von Begierde und Trübsal hinsichtlich der Welt; er weilt bei den Gefühlen in Betrachtung der Gefühle, eifrig, wissensklar und achtsam, nach Verwindung von Begierde und Trübsal hinsichtlich der Welt; er weilt beim Geist in Betrachtung des Geistes, eifrig, wissensklar und achtsam, nach Verwindung von Begierde und Trübsal hinsichtlich der Welt; er weilt bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, eifrig, wissensklar und achtsam, nach Verwindung von Begierde und Trübsal hinsichtlich der Welt.



1. DIE KÖRPERBETRACHTUNG

Wie nun, o Mönche, weilt der Mönch beim Körper in Betrachtung des Körpers?



a) Die Atmungs-Achtsamkeit

Da ist hier, o Mönche, der Mönch in den Wald gegangen, an den Fuß eines Baumes oder in eine leere Behausung. Er setzt sich nieder, mit verschränkten Beinen, den Körper gerade aufgerichtet, die Achtsamkeit vor sich gegenwärtig haltend, und achtsam eben atmet er ein, achtsam atmet er aus.

Lang einatmend, weiß er: ; lang ausatmend, weiß er: . Kurz einatmend, weiß er: ; kurz ausatmend, weiß er: . , so übt er; , so übt er. , so übt er; , so übt er. Gleichwie, o Mönche, ein geschickter Drechsler oder Drechslergeselle, wenn er lang anzieht, weiß: ; wenn er kurz anzieht, weiß: , - ebenso, o Mönche, weiß da der Mönch, wenn er lang einatmet: ; lang ausatmend weiß er: ...



b) Die Übungsanweisung

So weilt er nach innen beim (eigenen Atem-) Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach außen beim Körper (anderer) in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach innen und außen, (abwechselnd) beim (eigenen und fremden) Körper in Betrachtung des Körpers.

Die Dinge in ihrem Entstehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge (abwechselnd) in ihrem Entstehen und Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper.

, so ist seine Achtsamkeit gegenwärtig, eben nur soweit es der Erkenntnis dient, soweit es der Achtsamkeit dient. Unabhängig lebt er, und an nichts in der Welt ist er angehangen.

So auch, o Mönche, weilt der Mönch beim Körper in Betrachtung des Körpers.



c) Die vier Körperhaltungen

Und weiter noch, o Mönche: Gehend weiß da der Mönch: ; stehend weiß er: ; sitzend weiß er: ; liegend weiß er: . Wie auch immer seine Körperstellung ist, so eben weiß er es. So weilt er nach innen beim eigenen Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach außen beim Körper (anderer) in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach innen und außen beim Körper in Betrachtung des Körpers. Die Dinge in ihrem Entstehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Entstehen und Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper. , so ist seine Achtsamkeit gegenwärtig, eben nur soweit es der Erkenntnis dient, soweit es der Achtsamkeit dient. Unabhängig lebt er, und an nichts in der Welt ist er angehangen.

So auch, o Mönche, weilt der Mönch beim Körper in Betrachtung des Körpers.



d) Die Wissensklarheit

Und weiter noch, o Mönche: da ist der Mönch beim Hingehen und zurückgehen wissensklar in seinem Tun; beim Hinblicken und Wegblicken ist er wissensklar in seinem Tun; beim Beugen und Strecken ist er wissensklar in seinem Tun; beim Tragen der Gewänder und der Schale ist er wissensklar in seinem Tun; beim Essen, Trinken, Kauen und Schmecken ist er wissensklar in seinem Tun; beim Entleeren von Kot und Urin ist er wissensklar in seinem Tun; beim Gehen, Stehen, Sitzen, (Ein-) Schlafen, Wachen, Reden und Schweigen ist er wissensklar in seinem Tun.

So weilt er nach innen beim Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach außen beim Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach innen und außen beim Körper in Betrachtung des Körpers. Die Dinge in ihrem Entstehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Entstehen und Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper. , so ist seine Achtsamkeit gegenwärtig, eben nur soweit es der Erkenntnis dient, soweit es der Achtsamkeit dient. Unabhängig lebt er, und an nichts in der Welt ist er angehangen.

So auch, o Mönche, weilt der Mönch beim Körper in Betrachtung des Körpers.



e) Erwägung der Widerlichkeit des Körpers

Und weiter noch, o Mönche: da betrachtet der Mönch eben diesen Körper von den Fußsohlen aufwärts und von den Haarspitzen abwärts, den von Haut umschlossenen, mit vielerlei Unreinheit gefüllten:

Gleichwie da, o Mönche, ein beiderseitig offener Korb wäre, gefüllt mit verschiedenerlei Körnern, wie Hülsenreis des Hoch- und Tieflands, Mugga- und Māsa-Bohnen, Sesamkörnern und enthülstem Reis. Den möchte ein Mann mit guten Augen öffnen und betrachten: . Ebenso, o Mönche, betrachtet der Mönch eben diesen Körper von den Fußsohlen aufwärts und von den Haarspitzen abwärts, den von Haut umschlossenen, mit vielerlei Unreinheit gefüllten: .

So weilt er nach innen beim Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach außen beim Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach innen und außen beim Körper in Betrachtung des Körpers. Die Dinge in ihrem Entstehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Entstehen und Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper. , so ist seine Achtsamkeit gegenwärtig, eben nur soweit es der Erkenntnis dient, soweit es der Achtsamkeit dient. Unabhängig lebt er, und an nichts in der Welt ist er angehangen.

So auch, o Mönche, weilt der Mönch beim Körper in Betrachtung des Körpers.



f) Erwägung der Elemente

Und weiter noch, o Mönche: da betrachtet der Mönch eben diesen Körper, in seiner jeweiligen Stellung und Haltung, nach den Elementen: .

Gleichwie da, o Mönche, ein geschickter Schlächter oder Schlächtergeselle, der eine Kuh geschlachtet und in Stücke zerlegt hat, sich an der Kreuzung vierer Straßen niedersetzt, - ebenso, o Mönche, betrachtet der Mönch eben diesen Körper, in seiner jeweiligen Stellung und Haltung nach den Elementen: .

So weilt er nach innen beim Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach außen beim Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach innen und außen beim Körper in Betrachtung des Körpers. Die Dinge in ihrem Entstehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Entstehen und Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper. , so ist seine Achtsamkeit gegenwärtig, eben nur soweit es der Erkenntnis dient, soweit es der Achtsamkeit dient. Unabhängig lebt er, und an nichts in der Welt ist er angehangen.

So auch, o Mönche, weilt der Mönch beim Körper in Betrachtung des Körpers.



g) Die neun Leichenfeldbetrachtungen

1. Und weiter noch, o Mönche: als sähe der Mönch einen Körper, auf das Leichenfeld geworfen, einen Tag nach dem Tode, zwei Tage nach dem Tode oder drei Tage nach dem Tode, aufgedunsen, verfärbt und verfaulend. Da wendet er es auf eben diesen (seinen eigenen) Körper an:

So weilt er nach innen beim Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach außen beim Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach innen und außen beim Körper in Betrachtung des Körpers. Die Dinge in ihrem Entstehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Entstehen und Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper. , so ist seine Achtsamkeit gegenwärtig, eben nur soweit es der Erkenntnis dient, soweit es der Achtsamkeit dient. Unabhängig lebt er, und an nichts in der Welt ist er angehangen.

So auch, o Mönche, weilt der Mönch beim Körper in Betrachtung des Körpers.

2. Und weiter noch, o Mönche: als sähe der Mönch einen Körper, auf das Leichenfeld geworfen, von Krähen zerfressen, von Adlern zerfressen, von Geiern zerfressen, von Hunden zerfressen, von Schakalen zerfressen oder von den vielerlei Würmerarten zerfressen. Da wendet er es auf eben diesen (seinen eigenen) Körper an:

So weilt er nach innen beim Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach außen beim Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach innen und außen beim Körper in Betrachtung des Körpers. Die Dinge in ihrem Entstehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Entstehen und Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper. , so ist seine Achtsamkeit gegenwärtig, eben nur soweit es der Erkenntnis dient, soweit es der Achtsamkeit dient. Unabhängig lebt er, und an nichts in der Welt ist er angehangen.

So auch, o Mönche, weilt der Mönch beim Körper in Betrachtung des Körpers.

Und weiter noch, o Mönche: als sähe der Mönch einen Körper, auf das Leichenfeld geworfen,

3. ein Knochengerippe, fleischbehangen, blutig, von den Sehnen zusammengehalten,

4. ein Knochengerippe, fleischentblößt, blutbefleckt, von den Sehnen zusammengehalten,

5. ein Knochengerippe, ohne Fleisch, ohne Blut, von den Sehnen zusammengehalten,

6. die Knochen, ohne Zusammenhalt, in alle Richtungen verstreut: hier ein Handknochen, da ein Fußknochen, da ein Beinknochen, da ein Schenkelknochen, da ein Hüftknochen, da ein Rückenwirbel, da der Schädel.

7. die Knochen gebleicht, muschelfarbig,

8. die Knochen zuhauf, jahrelang (daliegend),

9. die Knochen modernd, zu Staub geworden.

Da wendet er es auf eben diesen (seinen eigenen) Körper an:

So weilt er nach innen beim Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach außen beim Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach innen und außen beim Körper in Betrachtung des Körpers. Die Dinge in ihrem Entstehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Entstehen und Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper. , so ist seine Achtsamkeit gegenwärtig, eben nur soweit es der Erkenntnis dient, soweit es der Achtsamkeit dient. Unabhängig lebt er, und an nichts in der Welt ist er angehangen.

So auch, o Mönche, weilt der Mönch beim Körper in Betrachtung des Körpers.



2. DIE GEFÜHLSBETRACHTUNG

Wie nun, o Mönche, weilt der Mönch bei den Gefühlen in der Betrachtung der Gefühle?

Wenn da, o Mönche, der Mönch ein freudiges Gefühl empfindet, so weiß er: ; wenn er ein leidiges Gefühl empfindet, so weiß er: ; wenn er ein weder freudiges noch leidiges Gefühl empfindet, so weiß er: . Wenn er ein sinnengebundenes freudiges Gefühl empfindet, so weiß er: ; wenn er ein sinnenfreies freudiges Gefühl empfindet, so weiß er: ; wenn er ein sinnengebundenes leidiges Gefühl empfindet, so weiß er: ; wenn er ein sinnenfreies leidiges Gefühl empfindet, so weiß er: ; wenn er ein sinnengebundenes weder freudiges noch leidiges Gefühl empfindet, so weiß er: ; wenn er ein sinnenfreies weder freudiges noch leidiges Gefühl empfindet, so weiß er: , so ist seine Achtsamkeit gegenwärtig, eben nur soweit es der Erkenntnis dient, soweit es der Achtsamkeit dient. Unabhängig lebt er, und an nichts in der Welt ist er angehangen.

So auch, o Mönche, weilt der Mönch bei den Gefühlen in Betrachtung der Gefühle.



3. DIE GEISTBETRACHTUNG

Wie nun, o Mönche, weilt der Mönch beim Geist in der Betrachtung des Geistes?

Da weiß der Mönch vom lustbehafteten Geist: ; er weiß vom lustfreien Geist: ; er weiß vom haßbehafteten Geist: ; er weiß vom haßfreien Geist: ; er weiß vom verblendeten Geist: ; er weiß vom unverblendeten Geist: ; er weiß vom gehemmten Geist: ; er weiß vom zerstreuten Geist: ; er weiß vom entwickelten Geist: ; er weiß vom unentwickelten Geist: ; er weiß vom übertreffbaren Geist <Übertreffbar ist der Geist>; er weiß vom unübertreffbaren Geist: ; er weiß vom gesammelten Geist: ; er weiß vom ungesammelten Geist: ; er weiß vom befreiten Geist: ; er weiß vom unbefreiten Geist: .

So weilt er nach innen beim Geist in Betrachtung des Geistes; oder er weilt nach außen beim Geist in Betrachtung des Geistes; oder er weilt nach innen und außen beim Geist in Betrachtung des Geistes. Die Dinge in ihrem Entstehen betrachtend, weilt er beim Geiste; die Dinge in ihrem Vergehen betrachtend, weilt er beim Geiste; die Dinge in ihrem Entstehen und Vergehen betrachtend, weilt er beim Geiste. so ist seine Achtsamkeit gegenwärtig, eben nur soweit es der Erkenntnis dient, soweit es der Achtsamkeit dient. Unabhängig lebt er, und an nichts in der Welt ist er angehangen.

So auch, o Mönche, weilt der Mönch beim Geist in Betrachtung des Geistes.



4. DIE GEISTOBJEKTBETRACHTUNG

Wie nun, o Mönche, weilt der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte?



a) Die fünf Hemmungen (nivarana)

Da weilt, o Mönche, der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, nämlich bei den fünf Hemmungen.

Wie nun, o Mönche, weilt der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, nämlich bei den fünf Hemmungen?

Da weiß hier, o Mönche, der Mönch, wenn in ihm Sinnenverlangen da ist: . Er weiß, wenn in ihm kein Sinnenverlangen da ist: . Wie es zur Entstehung unentstandenen Sinnenverlangens kommt, auch das weiß er; wie es zum Aufgeben entstandenen Sinnenverlangens kommt, auch das weiß er; und wie es künftig nicht mehr zum Entstehen des aufgegebenen Sinnenverlangens kommt, auch das weiß er.

Er weiß, wenn in ihm Haß da ist: . Er weiß, wenn in ihm kein Haß da ist: ....

Er weiß, wenn in ihm Starrheit und Müdigkeit da ist: . Er weiß, wenn in ihm keine Starrheit und Müdigkeit da ist: ....

Er weiß, wenn in ihm Aufgeregtheit und Gewissensunruhe da ist: . Er weiß, wenn in ihm keine Aufgeregtheit und Gewissensunruhe da ist: ....

Er weiß, wenn in ihm Zweifel da ist: . Er weiß, wenn in ihm kein Zweifel da ist: . Wie es zur Entstehung unentstandenen Zweifels kommt, auch das weiß er; wie es zum Aufgeben entstandenen Zweifels kommt, auch das weiß er; und wie es künftig nicht mehr zum Entstehen des aufgegebenen Zweifels kommt, auch das weiß er.

So weilt er nach innen bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte; oder er weilt nach außen bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte; oder er weilt nach innen und außen bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte. Die Dinge in ihrem Entstehen betrachtend, weilt er bei den Geistobjekten; oder die Dinge in ihrem Vergehen betrachtend, weilt er bei den Geistobjekten; oder die Dinge in ihrem Entstehen und Vergehen betrachtend, weilt er bei den Geistobjekten. , so ist seine Achtsamkeit gegenwärtig, eben nur soweit es der Erkenntnis dient, soweit es der Achtsamkeit dient. Unabhängig lebt er, und an nichts in der Welt ist er angehangen.

So, o Mönche, weilt der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, nämlich bei den fünf Hemmungen.



b) Die fünf Gruppen des Anhangens (khandha)

Und weiter noch, o Mönche: da weilt der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, nämlich bei den fünf Gruppen des Anhangens.

Wie nun, o Mönche, weilt der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, nämlich bei den fünf Gruppen des Anhangens?

Da (weiß) hier ein Mönch:

So weilt er nach, innen bei den Geistobjekten ...

So auch, o Mönche, weilt der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, nämlich bei den fünf Gruppen des Anhangens.



c) Die sechs Sinnengrundlagen (āyatana)

Und weiter noch, o Mönche: da weilt der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, nämlich bei den sechs inneren und äußeren Sinnengrundlagen.

Wie nun, o Mönche, weilt der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, nämlich bei den sechs inneren und äußeren Sinnengrundlagen?

Da kennt hier, o Mönche, der Mönch das Auge, und er kennt die Sehobjekte; und welche Fessel durch diese beiden bedingt entsteht, auch die kennt er. Wie es zum Entstehen der nicht entstandenen Fessel kommt, auch das kennt er; wie es zum Aufgeben der entstandenen Fessel kommt, auch das kennt er; und wie es künftig nicht mehr zum Entstehen der aufgegebenen Fessel kommt, auch das kennt er.

Er kennt das Ohr und kennt die Töne... die Nase und die Düfte... die Zunge und die Geschmäcke... den Leib und die berührbaren Objekte... den Geist und die Geistobjekte; und welche Fessel durch diese beiden bedingt entsteht, auch die kennt er. Wie es zum Entstehen der nicht entstandenen Fessel kommt, auch das kennt er; wie es zum Aufgeben der entstandenen Fessel kommt, auch das kennt er; und wie es künftig nicht mehr zum Entstehen der aufgegebenen Fessel kommt, auch das kennt er.

So weilt er nach innen bei den Geistobjekten ...

So auch, o Mönche, weilt der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, nämlich bei den sechs inneren und äußeren Sinnengrundlagen.



d) Die sieben Erleuchtungsglieder (bojjhanga)

Und weiter noch, o Mönche da weilt der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, nämlich bei den sieben Gliedern der Erleuchtung. Wie nun, o Mönche, weilt der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, nämlich bei den sieben Gliedern der Erleuchtung?

Da weiß hier, o Mönche, der Mönch, wenn in ihm das Erleuchtungsglied Achtsamkeit da ist: . Er weiß, wenn in ihm das Erleuchtungsglied Achtsamkeit nicht da ist: . Wie es zur Entstehung des unentstandenen Erleuchtungsgliedes Achtsamkeit kommt, auch das weiß er; wie es zur Entfaltung und Vollendung des entstandenen Erleuchtungsgliedes Achtsamkeit kommt, auch das weiß er.

Er weiß, wenn in ihm das Erleuchtungsglied Lehr-Ergründung da ist ... das Erleuchtungsglied Tatkraft ... das Erleuchtungsglied Entzücken ... das Erleuchtungsglied Ruhe ... das Erleuchtungsglied Sammlung... das Erleuchtungsglied Gleichmut da ist: . Er weiß, wenn in ihm das Erleuchtungsglied Gleichmut nicht da ist: Wie es zur Entstehung des unentstandenen Erleuchtungsgliedes Gleichmut kommt, auch das weiß er; wie es zur Entfaltung und Vollendung des entstandenen Erleuchtungsgliedes Gleichmut kommt, auch das weiß er.

So weilt er nach innen bei den Geistobjekten ...

So auch, o Mönche, weilt der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, nämlich bei den sieben Gliedern der Erleuchtung.





e) Die vier Wahrheiten (ariya-sacca)

Und weiter noch, o Mönche: da weilt der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, nämlich bei den vier Edlen Wahrheiten.

Wie nun, o Mönche, weilt der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, nämlich bei den vier Edlen Wahrheiten?

Da weiß hier, o Mönche, der Mönch der Wirklichkeit gemäß: ; er weiß der Wirklichkeit gemäß: ; er weiß der Wirklichkeit gemäß: ; er weiß der Wirklichkeit gemäß: .

Was nun, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit vom Leiden? Geburt ist Leiden, Altern ist Leiden, Sterben ist Leiden, Sorge, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung sind Leiden; mit Unliebem vereint sein, ist Leiden; von Liebem getrennt sein, ist Leiden; nicht erlangen, was man begehrt, ist Leiden; kurz gesagt, die fünf Gruppen des Anhangens sind Leiden.

Was nun, ihr Mönche, ist die Geburt? Die Geburt der Wesen in dieser oder jener Wesensgattung, das Geborenwerden, die Empfängnis, das Insdaseintreten, das Erscheinen der Daseinsgruppen, das Erlangen der Sinnenorgane: das nennt man die Geburt.

Was nun, ihr Mönche, ist das Altern? Was da bei diesen und jenen Wesen, in dieser oder jener Wesensgattung Altern ist und Altwerden, der Zerfall der Zähne, das Ergrauen und Runzeligwerden, das Versiegen der Lebenskräfte, das Absterben der Sinnenorgane; das nennt man das Altern.

Was nun, ihr Mönche, ist das Sterben? Was da bei diesen und jenen Wesen das Abscheiden ist aus dieser oder jener Wesensgattung, Hinscheiden, Auflösung, Hinschwinden, Tod, Sterben, Ableben, Auflösung der Daseinsgruppen, das Zurücklassen der Leiche: das nennt man das Sterben.

Was nun ist die Sorge? Was da bei einem von irgendeinem Verlust oder Leiden Betroffenen Sorge ist, Besorgnis, Besorgtsein, innerliche Sorge, innerliches Besorgtsein: das nennt man Sorge.

Was nun, ihr Mönche, ist Jammer? Was da bei einem von irgendeinem Verlust oder Leiden Betroffenen Jammer und Klage ist, Jammern und Klagen, Jammer- und Klagezustand: das nennt man Jammer.

Was nun, ihr Mönche, ist Schmerz? Was da körperlich schmerzhaft und unangenehm ist, was durch Körpereindrücke bedingt, an schmerzhaftem und unangenehmem Gefühl besteht: das nennt man Schmerz.

Was nun, ihr Mönche, ist Trübsal? Was da geistig schmerzhaft und unangenehm ist, was durch geistige Eindrücke bedingt, an schmerzhaftem und unangenehmem Gefühl besteht: das nennt man Trübsal.

Was nun, ihr Mönche, ist Verzweiflung? Was da bei einem von irgendeinem Verlust oder Leiden Betroffenen Trostlosigkeit und Verzweiflung ist, trostloser und verzweifelter Geisteszustand: das nennt man Verzweiflung.

Was nun, ihr Mönche, ist das Leiden im Vereintsein mit Unliebem? Was da für einen unerwünschte, unerfreuliche, unangenehme (Objekte sind, wie) Formen, Töne, Gerüche, Geschmäcke, Berührungen, Gedanken; oder (Wesen,) die einem Schaden wünschen, Unheil, Unannehmlichkeit und Unsicherheit wünschen - die Begegnung mit, solchen, die Zusammenkunft, das Zusammentreffen, die Verbindung mit ihnen: das ist das Leiden im Vereintsein mit Unliebem.

Was nun, ihr Mönche, ist das Leiden im Getrenntsein von Liebem? Was da für einen erwünschte, erfreuliche, angenehme (Objekte sind, wie) Formen, Töne, Gerüche, Geschmäcke, Berührungen, Gedanken; oder (Wesen,) die einem Gutes wünschen, Glück, Wohlbefinden und Sicherheit wünschen - der Begegnung mit solchen ermangeln, mit ihnen nicht zusammenkommen und zusammentreffen, mit ihnen nicht verbunden sein: das ist das Leiden im Getrenntsein von Liebem.

Was nun, ihr Mönche, ist das Leiden beim Nichterlangen dessen, was man wünscht? Da steigt in den der Wiedergeburt unterworfenen Wesen der Wunsch auf: «Ach, daß wir doch nicht mehr der Wiedergeburt unterworfen wären, daß uns doch keine Wiedergeburt mehr bevorstünde!»... Den dem Altern, dem Sterben, den Sorgen, Klagen, Schmerzen, der Trübsal und Verzweiflung unterworfenen Wesen steigt der Wunsch auf: «Ach, daß wir doch nicht mehr diesen Dingen unterworfen wären, daß uns doch diese Dinge nicht mehr bevorstünden!» Solches aber läßt sich nicht durch Wünschen erreichen. Das ist das Leiden beim Nichterlangen dessen, was man wünscht.

Inwiefern aber, ihr Mönche, sind, kurz gesagt, die fünf Gruppen des Anhaftens das Leiden? Es sind dies die Körperlichkeits-Gruppe, die Gefühls-Gruppe, die Wahrnehmungs-Gruppe, die Geistformationen-Gruppe und die Bewußtseins-Gruppe. Diese sind, kurz gesagt, das Leiden.

Dies, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit vom Leiden.

Was nun, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von der Entstehung des Leidens?

Es ist dies jenes Wiederdasein erzeugende, bald hier, bald dort sich ergötzende Begehren, nämlich das sinnliche Begehren, das Daseins-Begehren und das Nichtseins-Begehren.

Wo aber entsteht dieses Begehren, wo faßt es Wurzel? Bei den lieblichen und angenehmen Dingen in der Welt, da entsteht dieses Begehren, da faßt es Wurzel. Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper, Geist; Formen, Töne, Düfte, Säfte, Körpereindrücke und Geistobjekte sind etwas Liebliches und Angenehmes. Bewußtsein, Bewußtseinseindruck, aus dem Bewußtseinseindruck entstandenes Gefühl, Wahrnehmung, Wille, Begehren, Gedankenfassen und Überlegen, die durch Formen, Töne, Düfte, Säfte, Körpereindrücke und Geistobjekte bedingt sind, alle diese sind etwas Liebliches und Angenehmes. Da entsteht dieses Begehren, da faßt es Wurzel.

Dies, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von der Entstehung des Leidens.

Was nun, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von der Aufhebung des Leidens? Eben jenes Begehrens restlose Vernichtung und Aufhebung, sein Aufgeben, seine Entäußerung, die Befreiung davon, das Nichthaften daran.

Wo aber, ihr Mönche, gelangt jenes Begehren zum Schwinden, wo gelangt es zur Aufhebung? Was es da in der Welt an Lieblichem und Angenehmem gibt, dort gelangt jenes Begehren zum Schwinden, dort gelangt es zur Aufhebung. Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper, Geist; Formen, Töne, Düfte, Säfte, Körpereindrücke und Geistobjekte sind etwas Liebliches und Angenehmes. Bewußtsein, Bewußtseinseindruck, aus dem Bewußtseinseindruck entstandenes Gefühl, Wahrnehmung, Wille, Begehren, Gedankenfassen und Überlegen, die durch Formen, Töne, Düfte, Säfte, Körpereindrücke und Geistobjekte bedingt sind, alle diese sind etwas Liebliches und Angenehmes. Da gelangt dieses Begehren zum Schwinden, da gelangt es zur Aufhebung.

Was nun, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von dem zur Leidensaufhebung führenden Pfade? Es ist dieser edle achtfache Pfad, nämlich: Rechte Erkenntnis, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Tun, rechter Lebensunterhalt, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit und rechte Sammlung.

Was nun ist rechte Erkenntnis? Das Erkennen des Leidens, das Erkennen der Leidensentstehung, das Erkennen der Leidensaufhebung, das Erkennen des zur Leidensaufhebung führenden Pfades. Das gilt als rechte Erkenntnis.

Was nun ist rechte Gesinnung? Entsagende Gesinnung, haßlose Gesinnung, friedfertige Gesinnung. Das gilt als rechte Gesinnung.

Was nun ist rechte Rede? Abstehen vom Lügen, Abstehen von Zwischenträgerei, Abstehen von roher Rede, Abstehen von törichtem Geplapper. Das gilt als rechte Rede.

Was nun ist rechtes Tun? Abstehen vom Töten lebender Wesen, Abstehen von Aneignung fremden Eigentums, Abstehen von unrechtem Wandel in Sinnenlüsten. Das gilt als rechtes Tun.

Was nun ist rechter Lebensunterhalt? Da gibt der edle Jünger einen verkehrten Beruf auf und erwirbt seinen Lebensunterhalt durch rechte Beschäftigung. Das gilt als rechter Lebensunterhalt.

Was nun ist rechte Anstrengung? Da erzeugt der Mönch in sich den Willen, strengt sich an, setzt seine Tatkraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft, um die noch nicht aufgestiegenen üblen, unheilsamen Dinge nicht aufsteigen zu lassen ... um die bereits aufgestiegenen üblen, unheilsamen Dinge zu überwinden ... um die noch nicht aufgestiegenen heilsamen Dinge zum Aufsteigen zu bringen ... um die bereits aufgestiegenen heilsamen Dinge zu erhalten, nicht schwinden zu lassen, sondern zur Zunahme, Entwicklung, vollen Entfaltung zu bringen . Das gilt als rechte Anstrengung.

Was nun ist rechte Achtsamkeit? Da weilt der Mönch beim Körper in Betrachtung des Körpers, eifrig, wissensklar und achtsam, nach Verwindung von Begierde und Trübsal hinsichtlich der Welt. Er weilt bei den Gefühlen in Betrachtung der Gefühle ... beim Geist in Betrachtung des Geistes ... bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, eifrig, wissensklar und achtsam, nach Verwindung von Begierde und Trübsal hinsichtlich der Welt. Das gilt als rechte Achtsamkeit.

Was nun ist rechte Sammlung? Da verweilt der Mönch, abgeschieden von den Sinnendingen, abgeschieden von den unheilsamen Geisteszuständen, im Gewinne der von Gedankenfassen und Überlegen begleiteten, durch Abgeschiedenheit gezeugten, von Verzückung und Glück erfüllten ersten Vertiefung.

Nach Stillung von Gedankenfassen und Überlegen aber gewinnt er den inneren Frieden und die Einheit des Geistes, die von Gedankenfassen und Überlegen freie, durch Sammlung gezeugte und von Verzückung und Glücksgefühl erfüllte zweite Vertiefung.

Nach Abwendung von der Verzückung aber verweilt er gleichmütig, achtsam, klar bewußt, und er empfindet in seinem Inneren ein Glück, von dem die Edlen sagen: «Glücklich weilt der Gleichmütige, Achtsame»; und so gewinnt er die dritte Vertiefung.

Nach Überwindung von Wohl- und Wehegefühl und zufolge des schon früher erreichten Schwindens von Frohsinn und Trübsal gewinnt er den leidlosen, freudlosen, durch Gleichmut und Achtsamkeit geläuterten Zustand der vierten Vertiefung. Dies gilt als rechte Sammlung.

Das, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von dem zur Leidensaufhebung führenden Pfade.

So weilt er nach innen bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte; oder er weilt nach außen bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte; oder er weilt nach innen und außen bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte. Die Dinge in ihrem Entstehen betrachtend, weilt er bei den Geistobjekten; die Dinge in ihrem Vergehen betrachtend, weilt er bei den Geistobjekten; die Dinge in ihrem Entstehen und Vergehen betrachtend, weilt er bei den Geistobjekten. «Geistobjekte sind da», so ist seine Achtsamkeit gegenwärtig, eben nur soweit es der Erkenntnis dient, soweit es der Achtsamkeit dient. Unabhängig lebt er, und an nichts in der Welt ist er angehangen.

So auch, ihr Mönche, weilt der Mönch bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, nämlich bei den vier edlen Wahrheiten.

Wahrlich, ihr Mönche, wer auch immer diese vier Grundlagen der Achtsamkeit derart für sieben Jahre übt, bei dem ist eines von zwei Ergebnissen zu erwarten: entweder die (höchste) Erkenntnis bei Lebzeiten oder, wenn noch ein Haftensrest da ist, die Nichtwiederkehr.

Dahingestellt seien die sieben Jahre: wer auch immer diese vier Grundlagen der Achtsamkeit sechs Jahre ... fünf Jahre ... vier Jahre ... drei Jahre ... zwei Jahre ... ein Jahr derart übt ...

Dahingestellt sei das eine Jahr: wer auch immer diese vier Grundlagen der Achtsamkeit sieben Monate ... sechs Monate ... fünf Monate... vier Monate... drei Monate... zwei Monate ... einen Monat ... einen halben Monat derart übt ...

Dahingestellt sei der halbe Monat: wer auch immer diese vier Grundlagen der Achtsamkeit derart sieben Tage übt, bei dem ist eines von zwei Ergebnissen zu erwarten: entweder die (höchste) Erkenntnis bei Lebzeiten oder, wenn noch ein Haftensrest da ist, die Nichtwiederkehr.

Der einzige Weg ist dies, o Mönche, zur Läuterung der Wesen, zur Überwindung von Kummer und Klage, zum Schwinden von Schmerz und Trübsal, zur Gewinnung der rechten Methode, zur Verwirklichung des Nibbāna, nämlich die vier Grundlagen der Achtsamkeit. Was derart gesagt wurde, in Bezug hierauf wurde es gesagt.»

Also sprach der Erhabene. Befriedigt freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.