Widmung
Dem, was andere schon sagten, kann ich nichts Neues hinzufügen; zudem bin ich kein begabter Poet. Ich gebe nicht vor, anderen von Nutzen zu sein: Um meinen eigenen Geist zu üben, habe ich dieses Werk verfaßt.
Ahimsayama
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Was versteht man unter "dem Weg" in der Spiritualität?
Was versteht man unter "dem Weg" in der Spiritualität?
Als ich vor vielen Jahren psychisch erkrankte und mein Leben in sich zusammenbrach, war das für mich, wie für viele von uns auch, ein Schock. Dinge passierten einfach mit mir. Ohnmacht, Verwirrung, Angst, Hoffnungslosigkeit und vieles andere mehr. Gewitter in meinem Kopf. Meine Gefühle fuhren Achterbahn. Doch was mich am meisten belastete, war die Tatsache, daß ich die Kontrolle über mich und mein Leben verloren hatte. Mehr noch. Meine Gedanke kreisten, ohne daß ich irgendeinen Einfluß gehabt hätte. Tausendmal gedacht, durchgekaut und ausgespuckt, keine Lösung war zu finden. Sie begannen stets aufs Neue. Ohne Anfang. Kein Ende war abzusehen. Und täglich grüßte das Murmeltier. Meine anfängliche Lösung lag im Alkohol. Endlich Ruhe im Oberstübchen. Wenigstens für einige Stunden. Mir war klar, so konnte das alles nicht weitergehen. . .
Immer schön Kopf hoch, damit das Krönchen nicht fällt
JAWOLL, immer schön Kopf hoch! Sich nicht gehen lassen! Haltung bewahren! Sich nicht unterkriegen lassen! Das Leben geht weiter! Das stimmt total! Und es ist total bescheuert!
1. Variation: Es stimmt nicht! Du liegst am Boden, weil du enttäuscht bist. Du hast keine Lust mehr. Es ist viel zu anstrengend. Du bist in einer Krise und weißt keinen Ausweg. Du kannst einfach nicht mehr. Punkt. Und fertig. Es muss auch mal erlaubt sein, liegenzubleiben! Wenn es halt einfach nicht mehr geht. Ohne Diskussion und ohne weiteres Gelaber! Ohne Aufmunterungen, weil sie dir auf die Nerven gehen! Immer diese Schönredner. Die sind noch nie im Sumpf gewesen! Jedes ihrer "schönen" Worte treibt dich noch mehr in die Depression. Die Krone, die gefallen ist, rutscht in immer weiterer Ferne. Außerdem ist es ganz gut, sich manchmal in seinem Elend zu suhlen. Nicht wahr?
2. Variation: Es stimmt! Du bist verantwortlich für dein Leben! Niemand sonst. Auf wen wartest du? Wer soll dich jetzt schon wieder retten? Es ist schlimm, aber nicht so schlimm als das du nicht wieder aufstehen könntest. Etwas geht noch. Wenn nicht jetzt, dann aber bestimmt in ein paar Mintuten. Oder in ein paar Stunden oder in ein paar Tagen. Irgend etwas wird irgendwann wieder gehen. Niemand schafft es, so lange am Boden liegen zu bleiben bis der Tod eintritt. Irgendwann stehst du auf. Du bist fertig mit deinen Elendsgefühlen. Du bist erschöpft vom Heulen. Du findest jede Alternative besser als liegen zu bleiben. Durch eine Krise musst du nur hindurch. Das ist der Sinn. Nicht drin stecken bleiben.
3. Variation: Es stimmt und es stimmt nicht! Und es stimmt beides zugleich! Alles zu seiner Zeit! Und jeder ist da anders! Wenn du aufhörst zu werten, darf alles so kommen, wie es kommt. Du fällst und bist fertig. Dann ist das so. Oder du stehst auf, weil du ein Aufsteher bist. Dann ist das auch so. Es ist dein Leben und du entscheidest, wie du es machst, oder?
www.matthias-koenning.de
4. Variation: Ob man sich erhebt, steht, geht, etwas tut oder mit etwas aufhört – man sammle den Geist stets auf das Tun selbst und nicht auf die Beziehung, die man zum Handelnden oder seinem Charakter oder Wert hat…
Man übe einfach nur die Sammlung des Geistes auf das Tun selbst, und so wird man ihn als ein geschicktes Mittel verstehen, das einem zur Stille des Geistes, zu Verwirklichung, Einsicht und Weisheit verhilft.
Ashvagosha (* um 80 – 150)
Variation 4, das ist der Weg der Spiritualität
Ja, der Weg. Wohl haben manche schon gehört: „Es gibt keinen Weg, da alles schon da ist“, aber das fühlt sich für dich nun mal wie ein Weg an. Der Verstand kennt den Weg, in dem er sich technisches und funktionales Wissen aneignet, um voran zu kommen. Auf dem spirituellen Weg ist es fast umgekehrt. Hier geht es um Wahrnehmungen. Wenn du es schaffst, dein Wissen, deine Gedanken, deine Ideen und Techniken zu lassen, entsteht eine stille Lücke, wo pure Wahrnehmung erst passieren kann. Ja, und da ist der Satz wieder: „Es ist alles schon da“. Deshalb geht es nur darum, in dir wahrnehmend zu beobachten.
Die Voraussetzung dafür ist Stille. Bei den uns andauernd bombardierenden Gedanken aus dem Verstand ist das Erleben der wirklichen Stille kaum möglich. Erst in der absoluten Stille, dieser tieferen Seins-Ebene, verlieren alle Ideen und Konzepte ihr Fundament und zerplatzen wie Luftblasen. Wenn ich von Stille rede, verstehe ich darunter nicht die Abwesenheit von Lärm und auch nicht eine Meditation, um die Gedanken zu verringern. Ich meine den völligen Stillstand deiner Gedanken oder zumindest, dass die Gedanken im Erleben verblassen, sich entfernen und damit an Wirkungskraft verlieren.
Jegliche Erwartung und ein „Verstehen wollen“ killt die bewusste Wahrnehmung der Stille im Jetzt.
Ob man sich erhebt, steht, geht, etwas tut oder mit etwas aufhört – man sammle den Geist stets auf das Tun selbst und nicht auf die Beziehung, die man zum Handelnden oder seinem Charakter oder Wert hat…
Man übe einfach nur die Sammlung des Geistes auf das Tun selbst, und so wird man ihn als ein geschicktes Mittel verstehen, das einem zur Stille des Geistes, zu Verwirklichung, Einsicht und Weisheit verhilft.
Inklusion - was ist das?
Inklusion
Viele
von uns Betroffenen sind durch ihre Behinderungen vom öffentlichen
Leben ausgeschlossen oder können nicht nach ihren Vorstellungen
daran teilnehmen. Die Ursachen hierfür sind viele.
Oft
mangelt es an Möglichkeiten, an Information oder es sind andere
Hindernisse, die uns im Wege stehen, wie weite Wege, ungünstiger
Nahverkehr, zu hohe Kosten oder es ist einfach der fehlende
hindernisfreie Zugang zu einem Raum oder Gebäude. Viele von uns
leiden deshalb und fühlen sich vielleicht ausgeschlossen oder mehr
und mehr einsam.
Die
Vereinten Nationen (UNO) haben 2006 in New York in einem Papier
gemeinsam entschieden, die Rechte von Behinderten Menschen neu zu
bestimmen. Dieses Papier haben 154 Staaten unterschrieben und wollen
den vereinbarten Inhalt umsetzen. Der Inhalt wurde über fünf Jahre
erarbeitet und betrifft ca. 650 Mio. Menschen weltweit; keine anderer
Vertrag wurde so schnell von so vielen Staaten in Kraft gesetzt. Auch
Deutschland gehört dazu. Nicht nur das, auch Länder, Städte und
Gemeinden sollen und müssen den Inhalt umsetzen. Der Inhalt bedeutet
kurz gesagt:
Behinderte
werden in Zukunft weniger als Kranke betrachtet, sondern vielmehr als
gleichberechtigte Menschen.
Aber
was bedeutet das alles im täglichen Leben für uns?
Es
soll dafür gesorgt werden, daß alle Menschen an allen
gesellschaftlichen Aktivitäten auf allen Ebenen und in vollem Umfang
teilnehmen können. Dies heißt, alle gesellschaftlichen Bereiche
müssen für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen
zugeschnitten sein oder geöffnet werden.
„Es
ist nicht Aufgabe des Menschen mit Behinderungen sich anzupassen, um
seine Rechte wahrzunehmen.“
Sportvereine,
das Rathaus, Krankenhäuser, Bibliotheken und z.B der Musikverein,
aber auch die Kette sollen dafür sorgen, daß alle Behinderten
möglichst einfach mitmachen können.
Also:
Menschen mit Beeinträchtigungen gehören ganz selbstverständlich
mit dazu – mitten in der Gesellschaft, von Anfang an, egal, ob im
Kindergarten, Schule, Arbeit oder der Freizeit. Das nennt man
Inklusion.
Der
Gedanke der Inklusion ist eine ganzheitliche Sicht auf die Menschen
und die Gesellschaft.
Inklusion
geht von einer uneinheitlichen Gesellschaft aus, die aus vielen
unterschiedlichen Menschen besteht. Unterschiede zwischen den
Menschen sind ganz normal. Menschen unterscheiden sich. – z.B.
geschlechtlich, sozial, rassisch, vom Alter, der Nationalität oder
körperlicher Verfassung und Intelligenz voneinander. Der Gedanke der
Inklusion möchte eine Gesellschaft, in der die verschiedenen
Menschen als gleichberechtigte Bürger miteinander gut leben können.
Doch,
wo werde ich so angenommen, wie ich bin? Wo kann ich meine
Fähigkeiten einbringen? Wie meine Freizeit gestalten, andere
Menschen kennenlernen, Freundschaften schließen und Neues lernen?
Was kann ein Verein tun? Was der Bürgermeister? Welche Bedürfnisse
haben wir und welche Möglichkeiten haben die anderen?
Um
sich über diese Fragen auszutauschen, wurde am 20. August 2015 in
den Räumen der Kette ein
Cafegespräch
– Freizeit in Gesellschaft
Erholung
Sport und Kultur inklusiv
in
Bergisch Gladbach
veranstaltet.
Es trafen sich Vereine, Betroffene, Behindertenbeauftragte,
Behindertenhilfe, Beiräte und Fachkräfte aus dem sozialen Bereich.
Themen
unter anderen waren:
Wie
finden wir zueinander - Behinderte und z.B. Sportvereine?
Wie
könnte man Fahrdienste organisieren?
Gibt
es eine Plattform im Internet, wo Informationen gesammelt und
veröffentlicht werden können?
In
welchen Räumen kann man sich zukünftig treffen, um weiter über die
Inklusion in Bergisch Gladbach sprechen zu können?
Um
die Bedürfnisse der Behinderten besser zu verstehen, soll ein
Kompetenzrat gegründet werden.
Er
soll aus Betroffenen bestehen, die dafür sorgen sollen, daß unsere
Bedürfnisse richtig berücksichtigt werden.
Es
soll ein Förderantrag für dieses Projekt an die Aktion Mensch
geschickt werden. Damit könnten die Kosten beglichen werden.
Die
Feenfrage (zum Projektantrag)
Einmal
angenommen: Zu Ihnen kommt eine gute Fee. Sie verspricht Ihnen, daß
in 10 Jahren alle Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt
in Vereinen mitwirken können. Was benötigen Sie dabei für Ihre
eigene Arbeit, damit dieses Wunder Wirklichkeit werden kann? Was soll
in diesem Projekt berücksichtigt werden? Wie könnte diese gelebte
Inklusion bei Ihnen vor Ort in 10 Jahren aussehen?
Frau
Seydholdt (Vorstand, Die Kette) schrieb dazu in einer Mitteilung zum
Cafegespräch an die Presse folgendes:
des
Publikumsvotums.
Weitere
Mitstreiter sind jederzeit herzlich willkommen!“
Es
braucht engagierte Menschen, um einen positiven Wandel der
Gesellschaft, in die wir alle geboren sind und in der wir auch alt
werden wollen, zu bewerkstelligen. Auf beiden Seiten. Das kann nur
gelingen, wenn Ängste und Missverständnisse mehr und mehr
verstanden werden.
Die
Vielfältigkeit unserer Gesellschaft stellt ein Reservoir an
Möglichkeiten dar, die genutzt werden sollten.
Dreiklang
„Ihr
lacht über mich, weil ich anders bin. Ich lache über euch, weil ihr
alle gleich seid!“
(Kurt
Cobain, Musiker)
Glücklich
zu sein heißt nicht, dass alles perfekt ist. Es heißt nur, daß
du
dich entschieden hast, über die Mängel hinweg zu sehen.
(Buddhistische
Weisheit)
„Was
wir zu lernen haben ist so schwer und doch so einfach und klar:
Es
ist normal verschieden zu sein.“
(Richard
von Weizsäcker, Bundespräsident)
P.s.
Eine Möglichkeit, um die Inklusion voran zu treiben, sind internetbasierte Informationsplattformen.
Hier BERLIN:
Abgrenzung
Abgrenzen
Trialog16. März 2016
Soziale Distanz beschreibt das differenzierte Verhalten zweier Akteure zueinander.
Quelle: Wikipedia
Ja, Abgrenzung. Lange konnte ich mit diesem Wort so gar nichts anfangen. Für mich lief die Deutung immer auf ausgrenzen, wegschieben, nicht wahrnehmen – vielleicht auch auf Kampf und Krieg hinaus.
Wo fängt vernünftige und gesunde Abgrenzung an? Darf man das? Bekommt man, wenn man sich der Situation angemessen abgrenzt, nicht aus Rache oder Unverständnis einen „Schuß vor den Bug“ von seinem Gegenüber zurück? Wie sähe eine Gesellschaft aus, in der sich jeder versuchte abzugrenzen? Fragen über Fragen – lange Jahre hindurch. Eine Fachkraft sagte mal zu mir, bei mir sei ein Filter durchgebrannt, sie müssen lernen, sich besser abzugrenzen. Aber wie und warum?
Hier ein Text einer ähnlich betroffenen:
"Denk endlich an dich selbst, sonst gehst du daran kaputt!"
Das höre ich in den letzten Wochen von allen Seiten und sitze ratlos vor meinem Spiegel...Wenn ich darüber nachdenke, spüre ich Widerstände in mir, werde ich wütend und hilflos zugleich und fühle mich allein. Warum muss da diese Linie gezogen werden, warum muss da diese unsichtbare Mauer stehen, die alles soviel schwerer macht und vorallem, kenne ich überhaupt meine Grenzen? Ich frage mich momentan, ob die Grenzen mir die Magenkrämpfe bereiten oder die Tatsache diese ziehen zu müssen?
Es ist mir fremd mit anderen in Kontakt oder Beziehung zu treten, aber ganz bei mir zu bleiben, immer mich im Fokus zu sehen und vor mein Gegenüber zu stellen. Muss daß denn immer sein? Muss denn Egoismus das Miteinander dominieren, leben wir wirklich in einer Welt, in der jeder nur versucht, sich selbst zu retten, ohne Solidarität und Miteinander?
Quelle: http://www.neon.de/artikel/fuehlen/psychologie/abgrenzung/1108025
Das hätten meine Gedanken, Ängste und Gefühle sein können. Nachfolgend ein Auszug einer Page, die sich mit der Problematik von hochsensiblen Menschen beschäftigt:
Alles auf dieser Erde, in diesem Universum ist offenbar miteinander verbunden. Doch gleichzeitig scheint Abgrenzung für uns lebensnotwendig, und wir nehmen uns als eigenständige, "getrennte" Wesen wahr. Das Neugeborene hingegen ist noch ganz ein Teil der Mutter und muss zuerst langsam lernen, aus dieser Einheit heraus zu wachsen und sich "abzugrenzen" (um sich später wieder nach dem "Einssein" zurück zu sehnen...).
- Unter "äusserer Abgrenzung" verstehe ich Grenzen, die wir unseren Mitmenschen und äusseren 'Immissionen' aktiv setzen müssen, um intakt zu bleiben und uns "im Leben draussen" durchzusetzen und zu schützen.
- Unter "innerer Abgrenzung" - oft schwieriger zu lernen - verstehe ich den Umgang mit all den vielfältigen Einflüssen des Lebens (z.B. dem Spüren der Befindlichkeit anderer, ohne dass diese darüber sprechen, mit Katastrophen, die in der Welt geschehen, mit Lärm, Geruch, 'Doppelbotschaften', Wetter, Atmosphäre, Hellfühligkeit etc.), denen hochsensible Menschen auch ohne aktiven äusseren Input in viel stärkerem Masse ausgesetzt sind als normalsensible Menschen.
Abgrenzung PHASE 1
Wenn ich an frühere Zeiten denke, muss ich mir eingestehen, dass ich mich fast gar nicht auf gesunde Art und Weise abgrenzen konnte. Darum war ich jahrelang in einem chronisch überlasteten, gestressten Zustand. Ich hatte nicht nur das Gefühl, ich müsse jede Anforderung, jeden Wunsch an mich mit "ja" beantworten, sondern ich bot mich sogar aus freien Stücken noch zu Wunscherfüllungen an, die ich beim andern nonverbal zu erraten glaubte.PHASE 2
Im jahrelangen Lernprozess zu einer besseren Abgrenzungsfähigkeit kam anschliessend eine Phase, in welcher ich mich verteidigen musste wie ein wildes Tier, wenn ich "nein" sagen wollte - und verlor dabei meine gesamte Flexibilität. Ich fiel also ins andere Extrem meines früheren Verhaltens und blockte nun fast alles ab, was an mich heran getragen wurde. Gleichzeitig lieferte ich immer lange Erklärungen dazu: "Weisst du, ich kann nicht, weil... Ich würde ja gerne, aber... Es geht WIRKLICH nicht!!"PHASE 3
Heute bin ich mittlerweile ganz zufrieden mit meiner Abgrenzungsfähigkeit. Eine wichtige Erkenntnis in diesem Lernprozess war: Die Unfähigkeit, mich abzugrenzen, zielt generell eigentlich gar nicht auf den Mitmenschen, der etwas von mir will, sondern auf meine eigenen, uralten Reaktionsweisen. Diese sind es, die mich stressen, nicht der Mensch, der etwas von mir möchte.Oft steht hinter mangelnder Abgrenzung Angst vor Liebesverlust. Machen wir uns klar, was wir tatsächlich verlieren können und ob es sich lohnt, dafür auf Eigenständigkeit zu verzichten. Machen wir uns auch klar, was wir gewinnen können, wenn wir diese Verlustangst überwinden.
Eine wichtige Erkenntnis ist, dass es meistens weniger um das Objekt unserer Abgrenzung geht (also z.B. um den Menschen, von welchem wir uns abgrenzen wollen), sondern viel mehr um unsere eigenen eingeprägten Verhaltensweisen: Ich selber bin mein Drama, in mir selber entstehen diese Stürme und Ängste und diese Mühe, nein zu sagen. Dies ist oft eine schwierige Erkenntnis, denn wir würden gerne den anderen verantwortlich machen, ihn vielleicht doof finden, damit uns das "nein" einfacher fällt. Aber seien wir ehrlich: es geht dabei um uns selber.
Abgrenzung und Offenheit
Echte Abgenzung ist nur möglich, wenn das Herz offen ist. Unser Herz ist offen, wenn wir uns wohl fühlen, wenn wir für uns selber sorgen und gleichzeitig die Mitmenschen in ihrem Sosein ohne dauernde Kritik wahrnehmen können. Ein offenes Herz sagt "sowohl- als auch" (und nicht "entweder-oder"). Es macht uns bewusst und stark und trainiert uns, im Augenblick präsent zu sein. Allzu schnell denken wir beim Thema Abgrenzung an Mauern oder Schutz gegen Bedrohung - und viel weniger daran, uns auf unsere persönliche Art zu öffnen für das Leben in seiner ganzen Bandbreite. Abgrenzung darf keine Mauer mit Stacheldraht sein vor lauter Angst, sich nicht abgrenzen zu können.Quelle: http://www.hochsensibilitaet.ch/content/e11223/e11793/index_ger.html
Geduld ist im Buddhismus neben der Grundlage für Geistige Ruhe auch die Grundlage für Metta (Freundlichkeit, Liebe). Geduld wird als große Macht betrachtet, und die Kraft der Geduldigen wird oft in buddhistischen Schriften gepriesen. Geduld mit sich und den anderen Menschen. Darüber hinaus und gerade deshalb geht es auch um abgrenzen und handeln...
Quelle: http://www.buddha-dhamma.de/geduld.htm
SH dazu:
Geduld bedeutet nicht Kapitulation und das Hinnehmen von Schädigungen, ohne eine Reaktion zu zeigen. Es ist richtig, Mittel anzuwenden, um Schaden abzuwenden. In den Bodhisattva- Regeln ist es beispielsweise eine Verfehlung, wenn ein Übender nicht auch restriktive Mittel einsetzt, um dem negativen Verhalten anderer etwas entgegenzusetzen. Das heißt, er verstößt gegen die Bodhisattva-Ethik, wenn er die Schädiger einfach gewähren läßt, ohne einzuschreiten. Eine Reaktion ist also wichtig, um Schaden zu begrenzen, allerdings ohne eine Haltung von Haß und Feindseligkeit gegenüber dem Schädiger. Das ist die eigentliche Bedeutung von Geduld: daß wir aktiv gegen Schaden handeln, ohne selbst unter die Kontrolle negativer Geistesfaktoren zu geraten. Wenn man Unrecht immer zuläßt, wird der Schädiger sich an sein unheilsames Verhalten gewöhnen; die schlechte Gewohnheit schadet ihm selbst und der Gesellschaft. Deshalb ist es ratsam, die Situation zu untersuchen: Wie entsteht negatives Verhalten, was läßt sich dagegen unternehmen? Auf der Basis dieser Situationsanalyse entwickeln wir ein echtes und ernsthaftes Interesse, dem etwas entgegenzusetzen.Quelle: http://ahimsayama.blogspot.de/2009/06/konflikte-wut-und-aggressionen.html
Selbstwert
Trialog 01. März 2016
Unter Selbstwert versteht die Psychologie die Bewertung, die man von sich selbst hat. Das kann sich auf die Persönlichkeit und die Fähigkeiten des Individuums, die Erinnerungen an die Vergangenheit und das Ich-Empfinden oder auf das Selbstempfinden beziehen.
Quelle: Wikipedia
Jeder von uns hat ein Bild von sich und seiner Persönlichkeit. Dieses Selbstbild ist durch Erlebnisse und Erfahrungen in der Kindheit, vor allem in den ersten 7 Jahren, geformt worden.
Alle Fehler, Verletzungen, Niederlagen und Erfolge formen das Selbstbild. Da wir in dieser Phase unseres Lebens noch keine eigene feste Meinung von uns haben und für alle Einflüsse von außen sehr empfänglich sind, nehmen wir die Meinung der anderen (Eltern, Erzieher, Lehrer, Gleichaltrige, usw) über uns an. D.h. unser Selbstbild ist im Grunde genommen ein Fremdbild. Wir haben es nicht freiwillig gewählt, sondern haben es einfach übernommen und über die Jahre hinweg beibehalten, ohne es auf seine Richtigkeit hin zu überprüfen.
Fast alle Menschen leben deshalb mit einem falschen Selbstbild, sozusagen mit einer Lüge. Es geht ihnen wie dem Adler, der unter Hennen aufgewachsen ist.
Das Selbstbild setzt sich zusammen aus:
wer wir sind (Name, Alter, Geschlecht, Ausbildung, Beruf ...)
wie wir unseren Körper sehen und bewerten
welche Talente, Fähigkeiten und Fertigkeiten wir an uns erkennen
welche Bedürfnisse wir haben
welche Wünsche und Ziele wir haben
welche Wertvorstellungen wir haben
welche Erfahrungen wir gemacht haben
welchen Besitz wir haben
welche Beziehungen wir haben und wir sie einschätzen
welche Interessen wir haben.
Unser Selbstbild, unsere Selbsteinschätzung, stimmt selten mit der Wahrnehmung anderer überein. Wir halten uns vielleicht für hilfsbereit, während andere uns für egoistisch halten. Wir halten uns vielleicht für einen guten Zuhörer, während andere uns für eine Quasselstrippe halten, die andere nicht zu Wort kommen läßt.
Auswirkungen eines negativen Selbstbildes
Unser Selbstbild entscheidet über unser Selbstwertgefühl. Haben wir ein positives Selbstbild, dann haben wir ein positives Selbstwertgefühl. Umgekehrt führt ein negatives Selbstbild dazu, dass wir Minderwertigkeitsgefühle haben. Verständlich, dass ein negatives Selbstbild auch sehr negative Auswirkungen auf unser Selbstvertrauen hat.Wenn man sich für einen Versager hält, dann kann man nicht selbstsicher auftreten.
Unser Selbstbild beeinflusst, wie wir anderen gegenüber auftreten und was wir diesen von uns zeigen. Haben wir ein negatives Selbstbild und leiden deshalb unter Minderwertigkeitsgefühlen, dann haben wir soziale Ängste und haben wenig Selbstvertrauen. Wir haben Hemmungen und viele seelische Probleme wie Depressionen und Ängste.
Was wir tun, wie wir uns verhalten, wird immer von unserem Selbstbild gesteuert.
Wenn wir uns z.B. als Versager sehen, dann werden wir immer Wege und Möglichkeiten finden, zu versagen. Wenn wir glauben, wir seien ein Pechvogel, dann werden wir immer vom Pech verfolgt. Unser Selbstbild entscheidet darüber, was wir erreichen und leisten.
Ohne ein positives Selbstbild ist es unumgänglich, ein erfülltes und befriedigendes Leben zu führen. Wenn wir gewissermaßen mit uns selbst nicht gut zusammenleben können, wenn wir uns für uns schämen oder uns gar für einen Versager und minderwertigen Menschen halten, dann ziehen wir uns zurück, weil wir glauben, niemand wolle etwas mit einem Menschen wie uns zu tun haben. Ein positives Selbstbild, der Glaube an uns, ist Voraussetzung, um stärker, fähiger und erfolgreicher zu werden, da wir nur mit einem positiven Selbstbild unsere Talente und Fähigkeiten nutzen können. Ein positives Selbstbild legt die vorhandenen Talente und Fähigkeiten frei und erlaubt es uns, diese zu nutzen. Wenn wir gering von uns denken, können wir zwar großartigen materiellen und persönlichen Erfolg haben, aber wir können diesen nicht genießen. Wir können darauf nicht stolz sein, weil wir das Gefühl haben, den Erfolg nicht verdient zu haben. Und wir leben ständig in der Angst, das Erreichte wieder zu verlieren.
Aufbau eines gesunden und positiven Selbstbildes
Gott sei Dank sind unser Selbstbild und damit unser Selbstwertgefühl veränderbar. Wir haben gelernt, schlecht von uns zu denken. Wir können deshalb lernen, uns ein neues Bild von uns und unseren Fähigkeiten anzueignen. Wir können lernen, uns mit anderen Augen zu sehen und so unser Selbstbild verbessern und stärken.Ein negatives Selbstbild kann nur in ein positives verwandelt werden, wenn wir am Aufbau einer gesunden Selbstachtung arbeiten, wenn wir lernen, an unseren eigenen Wert und unsere Fähigkeiten zu glauben. Wenn unser Selbstbild in Ordnung ist, dann prallen negative Bemerkungen unserer Mitmenschen an uns ab und wir sind nicht mehr verletzlich. In dem Maße, in dem wir unser Selbstbild positiv verändern, wird sich auch unser Leben positiv verändern!
Quelle: http://www.lebenshilfe-abc.de/selbstbild.html
Zitate Selbstachtung Selbstwert
Deinen größten Feind trägst du in dir selbst.Bilde dir eine eigene Meinung über dich,
statt dir die Meinung der anderen über dich zu eigen zu machen.
Das wichtigste Gebot der Selbstliebe:
Behandle dich selbst so,
wie du gerne von anderen behandelt werden möchtest.
Rolf Merkle
Inneren Frieden schaffen durch Loslassen
Der Meister und sein Schüler
Ein Meister war mit seinem Schüler auf Wanderschaft. Da beide Mönche waren, war es ihnen untersagt, in Kontakt mit Frauen zu kommen. Auf der Wanderschaft kamen sie an einen Fluss. Am Ufer stand eine Frau, die den Fluß überqueren wollte. Sie hatte Angst vor der starken Strömung. Der Schüler ging voran und die Frau bat ihn um Hilfe. Doch der Schüler ignorierte die Bitte und durchquerte den Fluss, ohne sie eines Blickes zu würdigen. Der Meister hingegen nahm die Frau auf den Arm, trug sie über den Fluss, setze sie am anderen Ufer wieder ab und wünschte ihr einen schönen Tag.
Am Abend war der Schüler immer noch wütend und verwirrt; er bat den Meister um eine Stellungnahme. Der Meister schaute ihn an und sagte: „Ich habe getan, was das Leben von mir verlangt hat. Ich nahm die Frau, trug sie über den Fluss, setze sie auf der anderen Uferseite ab und verabschiedete mich. Dann habe ich sie dort gelassen. Du aber – du trägst sie seit Stunden ununterbrochen in Deinem Geist mit dir herum.“
Loslassen und Leiden passen nicht zusammen
Ich persönlich finde die Geschichte sehr treffend. Loslassen heißt vor allem, Dinge annehmen zu können und sich nicht ständig auf das zu konzentrieren, was man nicht mehr haben möchte. Oft weiß ich selbst nicht so genau, warum ich nicht loslassen kann. Ich hafte an alten Mustern, Vorstellungen, Dogmen, Anweisungen und so weiter.
# Prüfen wir doch einfach, ob diese Sicht der Dinge überhaupt noch einen Sinn ergibt, oder ob sie uns nur weiter leiden lässt.
# Konzentriere dich nie auf den Mangel, sondern auf das, was gut ist oder war an der Situation.
Frieden schließen mit der Vergangenheit
Was hat der Schüler des Meisters wohl dann gemacht? Hat er die Situation angenommen und sich um seinen eigenen Frieden bemüht? Oder Kämpft er immer noch mit der Vergangenheit, obwohl er sie nicht ändern kann. Nimmt er die positiven Aspekte an und schließt damit Frieden?
# Das interessanteste am Loslassen ist nämlich, dass es gar nicht möglich ist, Vergangenes loszulassen.
# Nur indem du es annimmst und diesen Frieden schließt, wirst du frei davon, weil die Vergangenheit dann DICH loslassen wird … !
Der Schüler fragte den Meister: "Wie kann ich mich von dem, was mich an die Vergangenheit heftet, lösen?" Da stand der Meister auf, ging zu einem Baumstumpf und umklammerte ihn und jammerte: "Was kann ich tun, damit dieser Baum mich losläßt?"
Aus dem Zen-Buddhismus
Methode der Disidentifikation
Es gibt verschiedene Wege loszulassen. In der Meditation werden, sobald ich still werde, Gedanken auftauchen; meine Ängste, meine Eifersucht, mein Neid. Ich nehme die Gefühle wahr, aber ich distanziere mich sofort von ihnen. Meine Angst darf sein, aber ich gebe ihr keinen Raum. Jetzt gehe ich durch die Angst hindurch in den inneren Raum der Stille, zu dem die Angst keinen Zutritt hat. In der Stille tauchen auch meine Lebensmuster immer wieder auf: mein Perfektionismus, mein Zwang, immer sofort zu helfen, für alles verantwortlich zu sein, meine ständigen Selbstbeschuldigungen. Loslassen heißt: Ich lasse sie zu, ich nehme sie wahr, aber JETZT gebe ich den Mustern keine Macht. So werde ich allmählich davon frei. Die Muster bestimmen mich nicht mehr.
Was die Mönche vor 1600 Jahren entwickelt haben, das beschreibt die heutige Psychologie als Methode der Disidentifikation: Ich nehme meinen Ärger wahr, der in mir aufsteigt. Doch der Punkt in mir, der den Ärger wahrnimmt, ist nicht von Ärger infiziert. Ich sage mir dann, ich habe Ärger, aber ich bin nicht meine Ärger. Ich habe Angst, aber ich bin nicht meine Angst. So ziehe ich mich von den Gefühlen und meinen Lebensmustern jeweils auf mein wahres Selbst zurück. Es ist unberührt von den Leidenschaften, Lebensmustern und Emotionen.
Anselm Grün Wege in die Stille
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