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Widmung

Dem, was andere schon sagten, kann ich nichts Neues hinzufügen; zudem bin ich kein begabter Poet. Ich gebe nicht vor, anderen von Nutzen zu sein: Um meinen eigenen Geist zu üben, habe ich dieses Werk verfaßt.

Ahimsayama

Den Fluß überqueren

Leidvoll ist der Daseinskampf nach buddhistischer Erfahrung deshalb, weil der Mensch eine in sich selbst verstrickte Persönlichkeit ist, weil er an seinen eigenen Projektionen hängt, sich mit ihnen identifiziert und darum allgemein eine egozentrisch orientierte Mentalität entwickelt. Die «Überquerung» ist nun der Aufbruch zu einem anderen Ufer, zu einer anderen Geisteshaltung. Wer dieselbe erlangt hat, tritt in den Zustand ein, den der Buddhismus Nirvana nennt, d.h. auf deutsch: Das Verlöschen des Anhaftens an egozentrischen Projektionen.
D.T. Suzuki, Der Buddha der Liebe

Kommentare:

Andreas hat gesagt…

Egozentrische Projektionen zu überwinden ist denke ich ein wirklich schwerer Weg. Denn oftmahls bilden diese ja die Grundlagen unseres alltäglichen Handels: wie schätze ich diese oder jene Person und Situation ein, auf welche Erfahrungen stößt das in meinem Inneren usw. usf. Um diesen Weg zu gehen, muss man schon ein sehr gefestigtes Selbstbild haben, denn ansonsten stellt man alles in Frage. Ich wünsche jedem auf diesem Weg viel Erfolg.

Ahimsayama hat gesagt…

Hallo Andreas,

ja, ich denke auch, daß es nicht so einfach ist. Aber gerade weil wir in den Projektionen und Bildern verstrickt sind entsteht Leid. Gelingt es einem Menschen diese Verstrickung in Ursache und Wirkung zu erkennen, dann ist er auch in der Lage, sich daraus zu befreien.
Ich denke, daß man am Anfang so einiges in Frage stellt. Man muß sich eben jener Anhaftungen und Abneigungen des eigenen Geistes bewußt werden - sie hinterfragen. Und damit auch ihre Sinnhaftigkeit. Das Selbstbild wird erkennbar durch diese Praxis. Handlungsmöglichkeiten beginnen sich zu entfalten, Selbsthemmnisse werden sichtbar. Man sagt, der eigene Geist wird amorph.

GlG
Ahimsayama