Navigation

Widmung

Dem, was andere schon sagten, kann ich nichts Neues hinzufügen; zudem bin ich kein begabter Poet. Ich gebe nicht vor, anderen von Nutzen zu sein: Um meinen eigenen Geist zu üben, habe ich dieses Werk verfaßt.

Ahimsayama

Zurück in die Zukunft

Gerne erinnere ich mich, als ich zum ersten mal Pink Floyd "Whish you where here" gehört habe. Was für ein Erlebnis. Stereo, volle Dynamik und ein wundervoller, teils elektronischer Klangraum. Einem guten Buch gleich wurde eine Geschichte erzählt, was mir bei heutigen Produktionen meist abgeht.

Heute fand ich ein Schmankerl von EGO on the ROCKS von 1981...
Siehe auch:
Auch hier:








This bonus track is taken from Ego On The Rocks´s album, "Acid in Wounderland " (1981 / Germany)

http://www.progarchives.com/artist.as...

Jürgen Rosenthal: Drums
Detlev Schmidtchen: Vocals, Keyboards, Guitar, Bass

"Daß wir schon am Anfang zu stolpern beginnen..."
1978 hatten die beiden Soundperfektionisten Detlev Schmitdchen und Jürgen Rosenthal genug "von allen möglichen kreativitätshemmenden und identitätszerstörenden Mechanismen und Sphären" innerhalb der Band ELOY, deren Sound sie auf deren kommerziellsten Höhepunkt entscheidend mitprägten. Vor allem Rosenthal, der für die Texte und Konzeptionen der Alben "Dawn", "Oceans" sowie "Silent Cries And Mighty Echoes" zuständig war, hatte einen hohen Anteil am kreativen Output der Band zu dieser Zeit. Da Frank Bornemann, einzig noch verbliebenes Gründungsmitglied, alle Fäden innerhalb der Band fest in der Hand hielt, fühlten sich die Anderen in ihrer Kreativität des öfteren übergangen. Es kam, was kommen mußte, Detlev Schmidtchen und Jürgen Rosenthal verließen entnervt die Band und widmeten sich ihrem eigenen Projekt, in welchem sie gedachten, ihre künstlerische, bis dahin gehemmte Identität, neu zu entfalten. Ihr neues Projekt, daß sich deutlich von den sphärischen Sounds ELOYs abheben sollte und mehr experimentelle Musik mit gestandendenem Progressive Rock verband sowie auch eine Prise des damals aufkommenden Synthie-Waves ent- hielt, nannte sich EGO ON THE ROCKS. Hier wollten die beiden Musiker zu gänzlich neuen Ufern aufbrechen und mit der angedachten Trilogie "Civilization Suite" auch konzeptionell Film, Video, Hörspiel und Theater mit ihrer Musik verbinden. Der erste Teil trug den Titel "Acid in Wounderland", eine Ableitung von "Alice in Wonderland", hier mit der Bedeutung "Säure im Verwunderland". Es sollte ein Jahr dauern, bis Detlev Schmidtchen, der hier alle Instrumente übernommen hatte und Schlagzeuger Jürgen Rosenthal ihr Konzept an den Mann bringen konnten, sämtliche Plattenfirmen empfanden die Soundlandschaften von EGO ON THE ROCKS als zu experimentell und zu wenig kommerziell. Mit dem aufkommenden Wave waren einfache musikalische Grundgerüste wieder gefragt und mit dem doch recht anspruchsvollen Material des Duos konnte man wenig anfangen. Als die Platte dann endlich veröffentlicht wurde, begann man mit der Umsetzung dieses Konzepts für die Bühne. Leider fand die geplante Tour nie statt, so daß das Album mehr oder weniger doch unterging und EGO ON THE ROCKS sich, ob des mangelnden Erfolgs, trennte. Jahre später erlangte dieses erste und einzige Album des Projektes in Sammlerkreisen beachtlichen Wert und die Bootlegger sollten sich diesem Werk in einer Weise annehmen, die fast einem Sakrileg gleichkam. Hierfür wurde einfach die Platte auf CD übertragen, so daß ein monotones Hintergrundknacksen immer allgegenwärtig war.
Nun erschien endlich das Album aus dem Jahre 1980 in einer Qualität, die Sammlerherzen höher schlagen läßt. Bemerkenswert ist nicht nur das aufwendig gestaltete, vierfach aufklappbare Cover sowie das liebevoll überarbeitete Booklet, sondern, darüber hinaus, gelang es 'Second Battle' 37 Minuten vorher unveröffentlichtes Material der Band sicherzustellen und als Bonus dieser CD beizufügen. So belegt "Acid In Wounderland" in 80 Minuten die Qualität eines leider unterbewerteten Projektes, welche nicht so recht in die damalige Zeit passen wollte und man heute erst feststellen muß, wie weit EGO ON THE ROCKS in ihrer musikalischen Entwicklung waren. Typisch ELOYsche Sounds, immerhin sind die sphärischen Keyboardklänge von Detlev Schmidtchen und das verspielte Drumming von Jürgen Rosenthal wieder charakteristisch, vermischen sich mit Abstechern in rockigere oder experimentellere Gefilde und verbinden hochphilosophische Themen mit Literaturzitaten von Rimbaud und Jacob von Hoddis sowie Wortbeiträgen von Herbert Marcuse und Herbert Wehner in fast schon industrialistischen Geräuschkulissen.
Musik sowie die liebevolle Gestaltung rechtfertigen den Erwerb von "Acid In Wounderland". Nie war das Verwunderland so reiz- und wertvoll wie heute

[Carsten Agthe]


Keine Kommentare: