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Widmung

Dem, was andere schon sagten, kann ich nichts Neues hinzufügen; zudem bin ich kein begabter Poet. Ich gebe nicht vor, anderen von Nutzen zu sein: Um meinen eigenen Geist zu üben, habe ich dieses Werk verfaßt.

Ahimsayama

Von Bauchgefühlen, strategischem Handeln, Täuschung und Wut


Ich wußte es. Mein Bauch sagte es mir. Glauben wollte ich es nicht. Nichtglauben wollte ich. Wut steigt in mir auf und tiefe, menschliche Enttäuschung. Enttäuschung im wahrsten Sinne des Wortes. Skrupellosigkeit der Handelnden. Wieder haben sie mein Zimmer betreten, mein privates Tagebuch gelesen. Versucht mich durch die Katharsis zu treiben. Ich schmeiße sie raus. Vertreibe sie. Mit allen Mitteln, die mir meine menschliche Würde, meine Erziehung und mein Glaube zur Verfügung stellen werden.
Genug ist genug.





Schütz geht aus von der Beobachtung, daß wir in vielen diese Wirklichkeitsbereichen den Alltag völlig vergessen können, sozusagen in einer eigenen Welt mit eigenen Gesetzmäßigkeiten leben. Doch die Rückkehr aus einer solchen Welt in die Welt des Alltags [der Anderen] ist oft mit einem "Schock" und einer Erfahrung der Fremdheit verbunden. Denken Sie etwa an den Moment des Aufwachens oder den Augenblick wenn sich der Vorhang schließt und das Licht angeht nach einem Theaterstück, das uns ganz in seinen Bann geschlagen hat. Schütz spricht hier von den kleinen, mittleren und großen Transzendenzen unserer Alltagserfahrung: Vom minimalen "Schock" wenn ich in meine Arbeit versunken war und jemand mein Zimmer betritt über das Erwachen aus einem Traum zu einschneidenden Veränderungen durch Lebenskrisen und Krankheiten bis hin zur letzten, nicht mehr erlebbaren Transzendenz des Todes.

Nach Schütz handelt es sich bei jedem dieser Wirklichkeitsbereiche um einen in sich geschlossenen Sinnbereich, der durch folgende Qualitäten ausgezeichnet ist

  • Eigener Aufmerksamkeitsfokus
  • Spezifisches Zeit- und Raumerleben
  • Eigener Erkenntnisstil - Logik und Wahrheitskriterien.

Ich zitiere aus einem Interview (aus Ästhetik und Kommunikation 45/46, 1981), in dem Habermas von seiner grundlegenden Intuition spricht:

"Die Intuition stammt aus dem Bereich des Umgangs mit anderen; sie zielt auf Erfahrungen einer unversehrten Intersubjektivität, fragiler als alles, was bisher die Geschichte an Kommunikationsstrukturen aus sich hervorgetrieben hat - ein Netz von intersubjektiven Beziehungen, das gleichwohl ein Verhältnis zwischen Freiheit und Abhängigkeit ermöglicht, wie man es sich immer nur unter interaktiven Modellen vorstellen kann. Es sind Vorstellungen von geglückter Interaktion. Gegenseitigkeiten und Distanz, Entfernungen und gelingender, nicht verfehlter Nähe, Verletzbarkeiten und komplementäre Behutsamkeiten - all diese Bilder von Schutz, Exponiertheit und Mitleid, von Hingabe und Widerstand steigen aus einem Erfahrungshorizont des, um es mit Brecht zu sagen, freundlichen Zusammenlebens auf. Diese Freundlichkeit schließt nicht etwa den Konflikt aus, sondern was sie meint, sind die humanen Formen, in denen man Konflikte überleben kann."

Habermas (Theorie des kommunikativen Handelns. 1981, Bd. 1) geht aus von der soziologischen Grundfrage, wie soziales Zusammenleben von Menschen möglich ist. Seine Handlungstheorie teilt mit dem dialektischen Materialismus die Auffassung, daß der handelnde Mensch sowohl Produkt als auch Schöpfer seiner sozialen Umwelt ist. Habermas unterscheidet gegenstandsbezogenes oder instrumentelles Handeln (z.B. ein Haus bauen) und soziales Handeln (z.B. die Abstimmung der Bauleute beim Hausbau).

Innerhalb des sozialen Handelns unterscheidet er strategisches (erfolgsorientiertes) und verständigungsorientiertes Handeln. Der strategisch Handelnde versucht, seine Ziele unabhängig vom Einverständnis der Mithandelnden zu erreichen, z.B. durch Zwang oder Belohnung (offenes strategisches Handeln) oder indem er scheinbar verständigungsorientiert handelt (verdeckt strategisches Handeln). Verständigungsorientiertes Handeln heißt demgegenüber, dem Gesprächspartner ohne Tricks und Hintergedanken zu begegnen, so daß dieser sich aus freien Stücken entscheiden kann.

Im letzteren Fall kann die Täuschung dem Handelnden bewußt sein (der Fall der beabsichtigten Manipulation) oder sich für ihn selber unbewußt einstellen (der Fall der durch Selbsttäuschung verzerrten Kommunikation, z.B. wenn jemand seinen Partner in scheinbar "bester Absicht" manipuliert, ohne es selber zu bemerken). Das verständigungsorientierte oder kommunikative Handeln dient demgegenüber der einvernehmlichen Abstimmung der Kommunikationsteilnehmer ("Überzeugen"). Die Unterscheidung zwischen verständigungsorientiertem Handeln, bewußter und unbewußter Täuschung ergibt auch eine erste Orientierung für die Interpretation und Validierung diagnostischer Kommunikationsakte.

Innerhalb des sozialen Handelns unterscheidet er strategisches (erfolgsorientiertes) und verständigungsorientiertes Handeln. Der strategisch Handelnde versucht, seine Ziele unabhängig vom Einverständnis der Mithandelnden zu erreichen, z.B. durch Zwang oder Belohnung (offenes strategisches Handeln) oder indem er scheinbar verständigungsorientiert handelt (verdeckt strategisches Handeln). Verständigungsorientiertes Handeln heißt demgegenüber, dem Gesprächspartner ohne Tricks und Hintergedanken zu begegnen, so daß dieser sich aus freien Stücken entscheiden kann.







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