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Widmung

Dem, was andere schon sagten, kann ich nichts Neues hinzufügen; zudem bin ich kein begabter Poet. Ich gebe nicht vor, anderen von Nutzen zu sein: Um meinen eigenen Geist zu üben, habe ich dieses Werk verfaßt.

Ahimsayama

Das Ganze sehen

Aufgrund von Erfahrungen, Hoffnungen, Wünschen und Ablehnungen betrachtet man die Welt nicht so, wie sie ist, sondern durch einen ganz persönlichen Filter. Darum fällt es schwer, das Ganze zu sehen. Diese Disharmonie ist die Ursache für innere und äußere Konflikte auf der Grundlage des Ichbewußtseins. Dieser Konflikt zerbricht das Bild des Ganzen. 

Wir vergleichen ständig das, was wir sind, mit dem, was wir sein sollten. Das "Sein-Sollte" ist eine Projektion unserer Vorstellungen von dem, was wir glauben sein zu müssen. Widerspruch besteht, wenn Vergleiche angestellt werden. Nicht nur mit einer Sache oder einer Person, sondern auch mit dem, was man gestern war. Ein Konflikt zwischen dem was gewesen ist, und dem, was ist.

Nimmt man aber die Beobachterposition ein - ohne dabei zu werten - so erkennt man die Tatsache dieses Zusammenhangs. Ich beobachte diese Abhängigkeit, ohne sie loswerden zu wollen.  Dann kann man seine ganze Aufmerksamkeit dem zuwenden, was ist und weg von dem, was sein sollte. Sei es Liebe, Verzweiflung, Bosartigkeit, Brutalität, Furcht, Unruhe, Einsamkeit. Man beginnt ganz und gar damit zu leben. Dann gibt es keinen Widerspruch mehr. Es wäre eine reine Energieverschwendung bruchstückhaft leben zu wollen.

Dann wird es unwichtig, wissen zu wollen, warum man sich in diesem oder jenen Konflikt befindet. Sondern man erkennt, das der Wunsch als solches der Kern des Konfliktes ist. Der Wunsch an sich ist voller Konflikt. Er ist widerspruchsvoll. Der Wunsch steht im Widerspruch zur Dualität, in der wir leben.  

Der Versuch, einem anderen gleich werden zu wollen, seinen Idealen, Vorstellungen usw. folgen zu wollen, führt weg vom eigenen Sein und damit in die Verwirrung und ist Energieverschwendung. Jede Handlung, die aus dieser Verwirrung resultiert, führt wiederum nur weiter in die Verwirrung. Nichthandeln ist vollkommene Handlung. Dieses Nichthandeln schafft inneren Frieden.

Das Ideal ist der Gegensatz des "Hier und Jetzt". Dem, was das Ganze ist. Das Ideal ist unerreichbar. Es schiebt sich wie die Bugwelle eines Schiffes voran. Es bleibt eine Illusion.
Das Nachdenken über den Gegensatz ist ein Mittel, um die Wirklichkeit zu vermeiden. Man versinkt in der Dualität, ohne jemals eine Lösung finden zu können. Die Dualität ist die Basis einer dynamischen Welt, die ständig neue Potentiale schafft. Sie sind die Grundlage für Veränderung.

Kommentare:

simone hat gesagt…

jepp ... super zusammen gebündelt – wunschlos sein - und das so kurz vor dem fest der feste - das wenn man es - mal genau betrachtet doch auch eine illusion ist :) … wie so ziemlich alles gedanklich gedachte – frohes fest wÜnsche ich dir – eine paradox …

Ahimsayama hat gesagt…

Hallo Simone,

Dir auch ein wunderbares, ruhiges und gesegnetes Weihnachtsfest.

Alles irgendwie ein Magisches Theater auf diesem wunderbaren Planeten. So scheint es für mich im Moment.

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